28-Jähriger erbeutete mit zwei Komplizen Schmuck im Wert von 218 000 Euro.

Düsseldorf. Es war ein Auftritt von wenigen Sekunden: Drei maskierte Männer hatten im Mai 2006 einen Juwelierladen an der Düsseltaler Straße gestürmt. Sie bedrohten die Kunden und den Verkäufer (64) mit einer Pistole und zwangen sie, sich hinzulegen. Schnell räumten sie Schmuck und Uhren in mitgebrachte Reisetaschen und flüchteten. Gesamtwert der Beute: rund 218 000 Euro.

Einer der Täter (28) wurde am Montag zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er ist außerdem verantwortlich für einen Überfall auf ein Wettbüro an der Kö. Dafür hatte er im Februar 2007 vier Jahre Haft bekommen. Diese Strafe wurde in das gestrige Urteil miteinbezogen. Der 28-Jährige legte ein umfassendes Geständnis ab. Er sei damals auf der Flucht aus einem serbischen Gefängnis gewesen, sagte er. In der Schweiz habe er einen Anruf bekommen. "Komm schnell nach Düsseldorf", hieß es nur.

Hier sei der Überfall schon perfekt vorbereitet gewesen. Man habe ihm einen Spielzeugpistole gegeben, gemeinsam sei man dann zum Juwelier gefahren. Als Fluchtauto diente ein Audi A6, der Monate zuvor in Mettmann gestohlen worden war. Als die Männer fliehen wollten, stellte sich ein Nachbar des Juweliers mit seinem Wagen in den Weg.

Vergeblich versuchten die Täter, an dem Auto vorbeizukommen. Schließlich legten sie den Rückwärtsgang ein und rasten so davon. Das Auto wurde wenig später an der Rethelstraße sichergestellt. Für den Juwelier war das bereits der zweite Überfall. Weil er nicht versichert war, muss er für den Schaden selbst aufkommen. "Es befreit mich, wenn ich darüber reden kann", erinnerte sich einer der Verkäufer am Montag als Zeuge.

Der 28-Jährige konnte wenig später verhaftet werden. DNA-Spuren am Tatort hatten die Ermittler zu ihm geführt. Auf ihn warten viele Jahre Gefängnis: In der Schweiz soll er demnächst für einen Überfall in Interlaken zur Rechenschaft gezogen werden. In seinem Heimatland muss er noch rund zweieinhalb Jahre Haft absitzen. Dort hatte er während einer Prügelei einen Menschen getötet. "Ich will für alle meine Taten gerade stehen", sagte er.

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