Organisatoren von TTIP-Diskussion war Gewalt angedroht worden.

Der ehemalige Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AFD).
Der ehemalige Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AFD).

Der ehemalige Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AFD).

dpa/Rainer Jensen

Der ehemalige Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AFD).

Düsseldorf. Wegen Sicherheitsbedenken haben die Allgemeine Studierendenschaft (Asta) als Veranstalter und die Heinrich-Heine-Universität eine Diskussionsrunde mit dem ehemaligen AFD-Vorsitzenden Bernd Lucke über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) abgesagt. Der Asta-Vorsitzende David Klatt begründete diesen Schritt damit, „dass es Androhungen von körperlicher Gewalt gegenüber Veranstalter und Teilnehmern gab“. Unter anderem habe es anonyme Drohbriefe gegeben. In der Kürze der Zeit sei man nicht in der Lage, ein der Situation entsprechendes Sicherheitskonzept aufzulegen. In sozialen Medien hatte es im Vorfeld scharfe Kritik an den Veranstaltern gegeben. Tenor: Einem Rechtspopulisten wie Bernd Lucke dürfe kein Forum gegeben werden. Klatt hält diese Denkweise für zu kurzsichtig. Er betont, dass die Universität für freie Meinungsäußerung und Pluralität steht. Und dass er sich in diesem Rahmen auf akademischem Niveau eine kritische Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema gewünscht hätte. „So wäre es auch möglich gewesen, Positionen zu demaskieren. Diese Chance ist nun vertan. Das bedauern wir sehr.“ Lucke sei zudem als Wirtschaftsexperte eingeladen gewesen und nicht als Politiker. Diese Einschätzung kommentierte der Asta in Duisburg allerdings als „heuchlerisch“. Die Vorsitzende Saskia Strasdat erinnerte in einem Statement daran, dass Lucke „als Europaabgeordneter und Parteivorsitzender von seiner Hochschule bis 2019 beurlaubt“ ist. Durch die Einladung Luckes würden dessen „rechte Thesen gesellschaftsfähiger“. Neben Lucke hätte am 26. April unter anderem Heinz-J. Bontrup von der Westfälische Hochschule über TTIP diskutieren sollen.

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