Von Jahr zu Jahr steigt die Gefahr. Die Feuerwehr rüstet nach – mit einem speziellen Gelände-Löschwagen für 450.000 Euro.

Sebastian Köppen (l.) und seine Kollegen zeigen das neue Löschfahrzeug und dessen Ausrüstung.
Sebastian Köppen (l.) und seine Kollegen zeigen das neue Löschfahrzeug und dessen Ausrüstung.

Sebastian Köppen (l.) und seine Kollegen zeigen das neue Löschfahrzeug und dessen Ausrüstung.

Bernd Nanninga

Sebastian Köppen (l.) und seine Kollegen zeigen das neue Löschfahrzeug und dessen Ausrüstung.

Düsseldorf. Auch wenn man sich angesichts des grau-kalten Wetters kaum mehr erinnert: Dieser Sommer war ziemlich heiß. Das hat auch die Feuerwehr zu spüren bekommen.

"Wir haben in den vergangenen Jahren immer mehr heiße Tage", sagt Dezernentin Helga Stulgies. "Und dadurch auch immer mehr Wald- und Bodenbrände."

Noch 2008 mussten lediglich 68 Bodenfeuer gelöscht werden, im vergangenen Jahr waren es 118. Und in diesem Jahr waren es bis jetzt schon 108.

Die Klimaveränderungen zwingen die Düsseldorfer Wehr, sich neu aufzustellen. 2007 baute die Technikabteilung einen Landrover mit einem Waldbrandmodul selbst um: Das Fahrzeug kann an schwer zugängliche Stellen im Gelände fahren und hat einen 500-Liter-Tank dabei.

Jetzt investierte die Stadt noch einmal kräftig: Für 450.000 Euro wurde ein spezielles Tanklöschfahrzeug gekauft. Es wird künftig bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hubbelrath stationiert sein.

Konzipiert haben den Wagen Ulrich Cimolino, Leiter der Technikabteilung, und seine Kollegen. Grundlage ist ein Unimog-Fahrgestell, wie es die Bundeswehr für ihre Lastwagen verwendet. "Ziel bei einem Waldbrand muss es sein, möglichst schnell zu löschen", erklärt Cimolino. Denn ab einer gewissen Ausdehnung ist eine Kontrolle über das Feuer kaum mehr möglich.

Das neue Fahrzeug kann während der Fahrt löschen

Das erlebte die Feuerwehr im Juli 2006 im Düsseldorfer Norden: An einem Tag brannten zwei Stoppelfelder ab, 150.000 Quadratmeter Fläche, auch auf Wohnhäuser griff der Brand über. Zigtausende Liter Wasser brauchten die Einsatzkräfte, um die Flammen zu besiegen.

Das neue Löschfahrzeug mit dem Codenamen "TLF-W" soll solche Einsatzorte auch mitten im Wald schnell erreichen können - damit aus einem kleinen Feuerchen im Unterholz erst gar kein verheerender Waldbrand wird. 2800 Liter Wasser und 150 Liter Schaum fasst der Wagen, durch eine Luke im Dach kann ein Feuerwehrmann während der Fahrt löschen. Selbst über Glut rollt der Geländelaster: Brems- und Kraftstoffleitungen sind mit einem Spezialstoff isoliert und halten der Hitze stand.

An Bord sind auch Wasserrucksäcke für 19 Liter Wasser, mit denen Einsatzkräfte kleinere Brände zu Fuß löschen können. Ruhen muss "TLF-W" aber auch außerhalb der Waldbrandsaison nicht: Das Fahrzeug ist auch mit Kettensäge und Seilwinde ausgestattet. Stulgies: "Es kann daher auch zur Beseitigung von Sturmschäden eingesetzt werden."

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