Kriminalität: Staatsanwaltschaft glaubt dem ehemaligen Henkel-PR-Manager nicht.

Ex-Henkel-Manager Kai von Bargen soll eine Million Euro kassiert haben.
Ex-Henkel-Manager Kai von Bargen soll eine Million Euro kassiert haben.

Ex-Henkel-Manager Kai von Bargen soll eine Million Euro kassiert haben.

Ex-Henkel-Manager Kai von Bargen soll eine Million Euro kassiert haben.

Düsseldorf. 45 Millionen Euro sind eine stolze Summe. So viel soll eine Betrügerbande mit fingierten Forderungen eingesammelt haben: Wie berichtet, stehen dabei im Blickpunkt der einschlägig vorbestrafte Willy L. (55) sowie Kai von Bargen (43), bis vor kurzem Ressort-Chef in der PR-Abteilung von Henkel und zuvor Chefredakteur bei Antenne Düsseldorf.

Laut Staatsanwaltschaft gibt es noch einen dritten Verdächtigen: Thomas H. (47) werden bandenmäßige Betrügereien in 19 Fällen vorgeworfen - im Zeitraum von 2006 bis September 2009. Wegen Fluchtgefahr wurde der Düsseldorfer vorige Woche verhaftet. Die beiden anderen Verdächtigen sind auf freiem Fuß.

Der Serienbetrug funktionierte offenbar nach einem Schneeballsystem. Dabei ging es um fingierte ausstehende Forderungen, die an Finanz-Unternehmen verkauft wurden. In einem ersten Fall etwa verkauften die mutmaßlichen Betrüger eine Forderung von rund 70000 Euro, in einem zweiten Fall ging es um eine sechsstellige Summe. Mit diesem Geld wurde die erste Forderung beglichen. Auf diese Weise steigerten sich die Summen immer weiter. Thomas H. soll dabei die Aufgabe gehabt haben, weitere Opfer anzuwerben.

Pikant: Der ehemalige Henkel-Manager soll gar Briefpapier des Unternehmens verwendet haben, um fingierte Forderungen glaubhaft erscheinen zu lassen. Auch die Unterschrift von Henkel-Chef Kasper Rorsted wurde gefälscht. Von Bargen hat am 19.Oktober Selbstanzeige erstattet. Er soll - ebenso wie Thomas H. - eine Million Euro aus den Betrügereien erhalten haben. Der 43-Jährige hatte dies gegenüber dem Express bestritten. Doch die Staatsanwaltschaft glaubt ihm nicht - "aufgrund der gefundenen Unterlagen", wie Sprecher Johannes Mocken erklärt.

Von den 45 Millionen Euro soll die Bande 25 Millionen dafür verwendet haben, offene Forderungen zu begleichen. Von den restlichen 20 Millionen soll Willy L. inzwischen acht Millionen Euro zurückgezahlt haben. Der Rest bleibt verschwunden.

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