Die Durchschnittspreise für ein WG-Zimmer in Düsseldorf sind innerhalb von nur drei Jahren um 65 Euro gestiegen.

Wer in Düsseldorf vor Semesterbeginn noch eine Wohnung oder ein WG-Zimmer sucht, der muss teilweise tief in die Tasche greifen.
Wer in Düsseldorf vor Semesterbeginn noch eine Wohnung oder ein WG-Zimmer sucht, der muss teilweise tief in die Tasche greifen.

Wer in Düsseldorf vor Semesterbeginn noch eine Wohnung oder ein WG-Zimmer sucht, der muss teilweise tief in die Tasche greifen.

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Chemiestudent Lorand Bonda (23) hatte das Glück, mit seiner Freundin zusammenwohnen zu können. Für Singles sei es schwieriger, etwas zu finden.

Stefan Hille studiert Wirtschaftspsychologie. Der 26-Jährige hat keine Wohnung zu passenden Preisen in Düsseldorf gefunden und ist deshalb nach Langenfeld gezogen.

Der 21-jährige Chemiestudent Antonio Figueroa wohnt im Studentenwohnheim. Allerdings hat er auf die Wohnung dort neun Monate warten müssen.

Sarah Brinker (24) und ihr Freund haben sich 15 Wohnungen angeschaut, bis sie fündig wurden. Jetzt zahlen sie 800 Euro für eine Wohnung in Oberbilk.

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Wer in Düsseldorf vor Semesterbeginn noch eine Wohnung oder ein WG-Zimmer sucht, der muss teilweise tief in die Tasche greifen.

Düsseldorf. Das Wintersemester an der Heine-Uni und den anderen Düsseldorfer Hochschulen hat begonnen – und pünktlich zu den ersten Vorlesungen bestätigt eine wirtschaftliche Studie, was viele junge Menschen gerade selbst erlebt haben: Die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studenten in Düsseldorf wird immer angespannter. Die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer ist innerhalb von nur drei Jahren von 330 auf 395 Euro gestiegen.

Das Berliner Moses Mendelssohn Institut und das Onlineportal „WG-gesucht.de“ haben gemeinsam alle Hochschulstädte mit mehr als 5000 Studenten untersucht und einen Anspannungsindex erarbeitet. Den traurigen Top-Wert erreicht dabei München mit 79 Punkten, Köln liegt mit 76 Punkten auch auf einem der vorderen Ränge. Düsseldorf landet auf Platz 15 – auffällig ist hier aber vor allem die Entwicklung: Der Anspannungswert kletterte innerhalb eines Jahres von 51 auf 56. „In vielen klassischen Universitätsstädten macht sich jetzt die wachsende Zahl von Studierenden bemerkbar, die aus anderen Teilen Deutschlands oder aus anderen Ländern an die begehrten Hochschulen streben“, sagt Stefan Brauckmann, Direktor des Instituts. „Und hier gibt es wenig passende Immobilienangebote.“

Kleines WG-Zimmer in Friedrichstadt kostet 495 Euro

Ein Blick in die aktuellen Angebote auf „WG-gesucht.de“ für Düsseldorf zeigt, wie schwierig die Wohnungssuche zum Semesterstart ist. Ein WG-Zimmer mit schnuckeligen 14 Quadratmetern wird in Friedrichstadt für stolze 495 Euro angepriesen, zwölf Quadratmeter in Derendorf sogar für 600 Euro – allerdings in einer Zweier-WG mit insgesamt 120 Quadratmetern Platz. Aber auch 15 Quadratmeter in einer Fünf-Mann-WG in Stadtmitte sollen 505 Euro kosten. Die Lage ist dabei entscheidend für den Preis, den die jungen Leute zu zahlen bereit sind. „Studierende haben genaue Vorstellungen von ihrem Lebensumfeld“, erklärt Brauckmann. Wenige hundert Meter könnten den Ausschlag geben. Zehn Quadratmeter in einer kleinen Dreier-WG in Wersten sind wohl deshalb im Internet auch schon für 241 Euro zu haben.

Für Singles ist es schwieriger, etwas zu finden

Eine schwierige Wohnungssuche haben auch Studentin Sarah Brinker (24) und ihr Freund hinter sich. 15 Wohnungen mussten sie anschauen, bis sie eine für 800 Euro in Oberbilk fanden. „Das ist für Düsseldorfer Verhältnisse vollkommen in Ordnung. Der Wohnungsmarkt ist überlaufen“, sagt sie. Auch Chemiestudent Lorand Bonda (23) hatte das Glück, mit seiner Freundin zusammenwohnen zu können. „Zu zweit können wir die Miete zahlen. Für Singles ist es schwieriger, etwas zu finden. Die meisten, die ich kenne, leben in Wohngemeinschaften.“ Doch auch daran ist Stefan Hille gescheitert, als er sein Wirtschaftspsychologiestudium begann: „Damals habe ich keine Wohnung zu bezahlbaren Preisen in Düsseldorf gefunden. Dann bin ich schließlich nach Langenfeld gezogen.“ Inzwischen wohnt er mit seiner Frau zusammen – in Erkrath, denn auch gemeinsam fanden sie in der Landeshauptstadt nichts.

Pendeln kommt für Antonio Figueroa nicht infrage. Deshalb wohnt der 21-jährige Chemiestudent jetzt im Studentenwohnheim. Allerdings hat er auf die Wohnung dort neun Monate warten müssen. Und auf die Warteliste muss Anja Bäumker von Sudierendenwerk auch nun wieder jeden wohnungssuchenden Ersti vertrösten. „Wintersemester ist immer schrecklich“, sagt sie. Rund 4000 Plätze in Wohnheimen gibt es. „Die sind alle belegt. Wir sind immer auf Kündigungen angewiesen.“ Jede Wohnanlage habe um die 150 Namen auf der Liste für frei werdende Räume. „Man bekommt immer dieselben Fragen – und kann nicht helfen. Und auf dem privaten Markt werden die Studenten zum Teil richtig ausgebeutet.“ Für die schwerwiegendsten Notfälle habe der Asta Notschlafplätze eingerichtet. Bäumker: „Aber das kann man ja eigentlich niemandem zumuten.“

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