Das Übungsgelände der Bundeswehr wird verkauft. Der Aero Klub sorgt sich um die Zukunft des Erholungsgebietes.

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Seit 50 Jahren haben die Segelflieger immer beste Sicht auf Düsseldorf.

Seit 50 Jahren haben die Segelflieger immer beste Sicht auf Düsseldorf.

Seit 50 Jahren haben die Segelflieger immer beste Sicht auf Düsseldorf.

Düsseldorf. Die Tage des riesigen militärischen Übungsgeländes zwischen Grafenberger Wald und Knittkuhl sind gezählt. Das 200 Hektar große Gebiet gehört zwar offiziell noch der Bundeswehr. Doch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben steht in der Warteschleife: "Wir gehen davon aus, dass es im Frühjahr an uns übergeht und im Sommer die Verkaufsverhandlungen beginnen können", erklärt Verkaufsleiter Hubert Hoppe.

Erste Sondierungsverhandlungen mit der Stadt sind schon geführt. "Wir befinden uns in Gesprächen", bestätigt Branka Regner vom Vermessungs- und Liegenschaftsamt. Was das hügelige Naherholungsgebiet nordöstlich von Düsseldorf wert ist und was es tatsächlich kosten soll, will noch keine Seite verraten. Unterdessen hat Rainer Klöpper, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung 7 (BV 7), einen Antrag für die nächste Sitzung formuliert:. In diesem wird der zuständigen BV 6 empfohlen, die Stadt zu beauftragen, von ihrem Vorverkaufsrecht Gebrauch zu machen.

Die Mitglieder des Düsseldorfer Aero Klubs sorgen sich allerdings darum, ob sich die Stadt gegenüber möglichen privaten Investoren durchsetzt - oder überhaupt durchsetzen möchte. Kai Fromm, Kassierer der Segelflieger, fordert: "Das ist eine Fläche, die gehört in die öffentliche Hand. Das muss für die Öffentlichkeit in den nächsten 50 bis 100 Jahren weiter nutzbar sein." Befürchtungen, dass Investoren beispielsweise einen weiteren Golfplatz anlegen, die riesige Fläche zerstückeln und in Teilen der Öffentlichkeit entziehen, sind offenbar groß. Deshalb haben die Verantwortlichen jetzt den politischen Weg gewählt. Ein Brief an Oberbürgermeister Dirk Elbers soll in den kommenden Tagen abgeschickt werden. Ein Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes habe den Verantwortlichen des Aero Klubs bereits signalisiert, dass ohne eine "politische Willensbildung" keine Entscheidung zu einem Kauf getroffen werde. Die Gefahr einer Bebauung sieht Fromm nicht, da das Gebiet unter Landschaftsschutz stehe.

Fromm räumt zwar ein, dass die Segelflieger nicht alleine für den Wert der Naherholung in Knittkuhl erforderlich seien. Aber zusammen mit dem Wildpark, der Rennbahn und dem Bauernhof Grütersaap sei das Angebot groß. "Das muss in der Kombination gesehen werden und wird viel besser als früher von Ausflüglern angenommen."

Auch kurzfristig wissen die Segelflieger nicht, wie es weitergeht. Der Pachtvertrag mit der Bundeswehr sieht eine Kündigung im Falle eines Verkaufs vor. "Im Moment hängen wir in der Luft."

Die Bundeswehr trennt sich auch von der Bergischen Kaserne. Sie soll 2012 geräumt werden. Die Stadt will dort ein Wohnviertel errichten.

Auf dem 23 Hektar großen Areal sollen in diesem Jahr die Bauarbeiten für die Gartenstadt Reitzenstein beginnen. 700 Wohneinheiten sollen entstehen.

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