Badegäste verließen Sole-Becken in Benrath.

Verbietet der Koran Schwimmunterricht
Ein Frau im Burkini bekam im Benrather Hallenbad die Intoleranz anderer Badegäste zu spüren. Symbolbild

Ein Frau im Burkini bekam im Benrather Hallenbad die Intoleranz anderer Badegäste zu spüren. Symbolbild

Rolf Haid

Ein Frau im Burkini bekam im Benrather Hallenbad die Intoleranz anderer Badegäste zu spüren. Symbolbild

Düsseldorf. Eine Frau wollte Mittwochmorgen gegen 10.30 Uhr im Sole-Becken in Benrath entspannen. Da sie jedoch einen Burkini, also einen Ganzkörperanzug, trug, bekam sie die Aufgebrachtheit anderer Badegäste zu spüren. Drei Frauen verließen unter Protest das Sole-Becken und kündigten gegenüber dem Schwimmmeister an, „demnächst auch im langen Hemd“ zu erscheinen.

Eine seltene, aber unschöne Situation ist das in den Augen von Roland Kettler, Geschäftsführer der Düsseldorfer Bädergesellschaft. „Seit zehn Jahren ist der Burkini Bestandteil der Bekleidungsordnung in deutschen Bädern. Er ist eben nur selten und gehört nicht zum gewohnten Bild.“ Das ist für ihn allerdings kein Grund, Intoleranz auszuleben. „Ein solcher Protest wie in Benrath gehört sich nicht. Ich habe dafür kein Verständnis und kann das nicht akzeptieren.“ Zumal der Blick in die deutsche Bademoden-Vergangenheit ein ganz ähnliches Bild abgibt wie das des Ganzkörperbadenanzugs einer Muslima. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tummelten sich in der Münstertherme Schwimmer in gestreiften Einteilern, die häufig bis zum Knie reichten.

Kettler ermuntert alle Badegäste, die sich diskriminiert fühlen, das Personal vor Ort anzusprechen. „Es ist geschult, einzugreifen.“

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer