Pistole und Axt werden in vielen Kitas in einen extra Raum verfrachtet – auch wenn sie zum Kostüm gehören.

Angesagt, aber nicht überall gern gesehen: Star Wars-Fans und ihre Utensilien.
Angesagt, aber nicht überall gern gesehen: Star Wars-Fans und ihre Utensilien.

Angesagt, aber nicht überall gern gesehen: Star Wars-Fans und ihre Utensilien.

Kurt Keil

Angesagt, aber nicht überall gern gesehen: Star Wars-Fans und ihre Utensilien.

Düsseldorf. An Karneval braucht ein junger Cowboy seine Pistole, ein Ritter sein Schwert und ein Indianer sein Tomahawk. Immer? Mitnichten! Denn bei manchen Kindergärten und Kindertagesstätten gilt strenges Waffenverbot - Cowboy und Co. müssen auf ihre Accessoires verzichten, gefährlich anmutende Gegenstände bleiben draußen.

Anfang des Jahres hat beispielsweise der katholische Kindergarten Sankt Anna ein generelles Waffenverbot an Karneval eingeführt. Eltern - und Kinder - zeigten sich bei Gesprächen einsichtig und befürworteten das Verbot sogar. Grund: "Im vergangenen Jahr hatten die spielerischen Kämpfe etwas überhand genommen", sagt Erzieherin Andrea Bender. "Damit sie nicht ausarten, haben wir Waffen komplett verboten."

Waffenverbot: Damit übermütiges Spiel nicht gefährlich wird

Beim Waldorfkindergarten wird nach Schuss- und anderen Waffen differenziert. Ritter und Könige dürfen Schwerter und Äxte mitbringen; Pistolen und Gewehre sind dagegen tabu.

Im St. Bruno-Kindergarten gibt es sogar eine "Waffenkammer" - Darth Vader darf sein Laserschwert also den Kollegen zeigen, bevor er es ablegen muss. Probleme gibt es dabei nicht, "das handhaben wir schon immer so und erklären das den Kindern im Vorfeld", sagt Kinderpflegerin Jennifer Erner.

Beim katholischen Kindergarten Herz-Jesu heißt die "Waffenkammer" "Waffenregal", gemeint ist das Gleiche. Erzieherin Nora Heldt begründet die Regelung so: "Die Kinder sind an Karneval aufgedrehter, sie schlüpfen in eine andere Rolle und haben Schwierigkeiten, ihre Grenzen zu erkennen." Damit die Waffen das übermütige Spiel nicht in ein gefährliches Spiel verwandeln, werden sie verbannt.

In diesem Jahr ist das Wickie-Kostüm begehrt - mit Helm mit roten Haaren, Weste und Keule (passend zum 2009 erschienenen Film). Martin Wilms von Jeck Jedöns sagt aber auch, dass die "Klassiker" Pirat, Cowboy, Indianer, Feuerwehrmann, Superman und Polizist nach wie vor extrem beliebt sind - genau wie Star Wars-Bösewicht Darth Vader.

Laut Arthur Platz-Inhaberin Gisela Lorenz werden auch Tier-Kostüme gerne gekauft, etwa Dalmatiner, Häschen, Eisbären und Froschkönige. Mädchen bevorzugen Prinzessinnen-, Feen-, Elfen- und die kleine Meerjungfrau Arielle-Kostüme.

Diese Haltung vertritt auch Jugendamtsleiter Johannes Horn: "Kleinere Kinder identifizieren sich mit ihren angenommenen Rollen", sagt er. "Beim Cowboy oder Piraten wird vor allem der kämpferische Teil wahrgenommen und ausgeübt." Dies führe zu teilweise erheblichem Konfliktpotential, auf das sensiblere Kinder mit Angst reagieren könnten. "Um die sichere, fröhliche Stimmung für alle Kinder zu bewahren, erfolgt die Vorgabe: Kostüme gerne, aber bitte ohne Waffen."

Ganz anders wird das bei der katholischen Kindertagesstätte Heilige Familie gesehen: Der Ritter darf dort sein Schwert behalten. "Wir besprechen mit den Kindern, dass sie Zubehör dieser Art behalten dürfen", sagt Leiterin Lydia Holz. Sie müssen sich allerdings an bestimmte Regeln halten.

Dazu gehört zum Beispiel, dass die Kinder nicht mit ihren ,Waffen’ kämpfen dürfen. Lydia Holz sagt: "Probleme hatten wir damit noch nie."

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