Mehr als sieben Stunden dauerte die Krisensitzung des Aufsichtsrats. Weitere Prüfungen stehen an.

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Unter Beschuss: Heinrich Pröpper, einer von zwei Vorständen bei der städtischen Bautochter IDR.

Unter Beschuss: Heinrich Pröpper, einer von zwei Vorständen bei der städtischen Bautochter IDR.

Schaller, Bernd (bes)

Unter Beschuss: Heinrich Pröpper, einer von zwei Vorständen bei der städtischen Bautochter IDR.

Düsseldorf. Bei der städtischen Bautochter IDR ist mächtig Feuer unter dem Dach. Eine Sitzung des Aufsichtsrates am Dienstag geriet unversehens zur Krisensitzung – mehr als sieben Stunden tagte das Gremium.

Im Zentrum der Debatte stand diese Frage: Hat der langjährige Vorstand Heinrich Pröpper seinen Auskunftspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat genügt?

Wie die WZ berichtete, sind mehrere IDR-Projekte teurer geworden als geplant, darunter die Tiefgarage am Barbarossaplatz (15 statt 13 Millionen Euro) und der Umbau von Schloss Eller (vier statt 1,8 Millionen).

Die Aufsichtsräte waren darüber nicht informiert. Oberbürgermeister Dirk Elbers als Chef des Gremiums hatte daher eine Prüfung der Vorgänge durch eine Rechtsanwaltskanzlei veranlasst. Deren Bericht wurde jetzt vorgestellt.

Zwischen den beiden Vorständen soll es regelmäßig Krach geben

Kern-Aussage: Pröpper hat seine Berichtspflicht offenbar nicht verletzt, die Satzung enthält keinen Passus, wonach er dem Aufsichtsrat über Mehrkosten berichten muss. Auf einem anderen Blatt steht freilich, wie es um das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Aufsichtsrat bestellt ist. Und das hat wohl stark gelitten.

Zumal weitere Vorwürfe auf den Tisch gekommen sind. So soll es den Fall gegeben haben, dass drei Tage nach einem Aufsichtsratsvotum für ein Projekt die Umsetzung anders und teurer erfolgt ist – es soll sich um 700 000 Euro bei der Errichtung des Henkel-Saals handeln. Es heißt auch, die IDR habe auch ein Problem mit der Liquidität. Man denke deshalb sogar darüber nach, einen Kredit aufzunehmen.

Pröpper hat die Vorwürfe bisher stets zurückgewiesen. Ob er noch eine Zukunft bei der IDR hat, ist indes fraglich. Als schwierig empfinden einige Mitglieder des Aufsichtsrates, dass er und sein erst im vorigen Jahr bestellter Co-Vorstand Denis Rauhut offenbar nicht sonderlich gut harmonieren. „Da kracht es jeden Tag“, sagt ein Insider. Auch in der Sondersitzung gab es wiederholt gegenseitige Spitzen.

Für weiteren Zündstoff könnte eine zusätzliche Prüfung sorgen, die jetzt veranlasst wurde: Die Wirtschaftsprüfer von Rölfs Partner sollen alle Projekte inklusive der Spesenrechnungen genau unter die Lupe nehmen.

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