Bei Temperaturen um die 30 Grad bauen die Schausteller ihre Fahrgeschäfte auf.

Peter Kespel bei den schweißtreibenden Aufbauarbeiten am „Höllentaxi“.
Peter Kespel bei den schweißtreibenden Aufbauarbeiten am „Höllentaxi“.

Peter Kespel bei den schweißtreibenden Aufbauarbeiten am „Höllentaxi“.

In der prallen Mittagssonne müssen schwere Stahlteile bewegt werden. (Fotos (2): Bernd Schaller)

Bild 1 von 2

Peter Kespel bei den schweißtreibenden Aufbauarbeiten am „Höllentaxi“.

Düsseldorf. Obwohl die Rheinkirmes erst am Samstag eröffnet, herrscht schon ein reges Treiben auf den Rheinwiesen: Die Schausteller sind mit den Aufbauarbeiten beschäftigt. An allen Ecken wird gehämmert, geschliffen und geputzt.

Über den Fahrgeschäften liegt der stechende Geruch von Schmieröl und frischer Farbe. Hunderte von Schaustellern und Arbeitern sind auf den Beinen, um den Geschäften den letzten Schliff zu verleihen. Das Problem: Schon morgens um zehn klettert das Thermometer in Richtung der 30-Grad-Marke.

Viel Trinken und der Wasserschlauch müssen gegen die Hitze reichen

Während viele Teams ihr Fahrgeschäfte schon aufgebaut haben und sich letzten Verschönerungsarbeiten widmen, baut die Truppe von Michael Senk noch auf. Am Mittwochmorgen ist Senk mit seinem "Höllentaxi" angekommen. Jetzt muss alles schnell gehen, der Schausteller sein Karussell fix aufstellen: "In der Regel bauen wir in zwei Tagen auf, hier schauen viele Kollegen zu, da will man natürlich schneller sein."

Vier Arbeiter helfen ihm bei der Montage. Mit Schubkarren fahren sie Unterlegkeile heran und rücken die schweren Stahlteile die richtige Position. In der sengenden Sonne sind ihre Hemden schnell durchgeschwitzt, alle tragen Handtücher gegen die Hitze um ihren Hals.

Dennoch macht keiner schlapp: "Wir sind das gewohnt, das geht schon mit der Hitze", sagt Mitarbeiter Peter Kespel. Gegen die hohen Temperaturen trinkt er einen Kasten Wasser am Tag, ab und zu spritzt der Chef seine Mitarbeiter mit dem Wasserschlauch ab.

Die Größte Kirmes am Rhein läuft vom 17. bis zum 25. Juli auf den Rheinwiesen.

323 Schaustellergeschäfte stehen an einer 4,5 Kilometer langen Front.

13 Hochgeschäfte, 46 Fahrgeschäfte und 12 Geisterbahnen sorgen für Abwechslung und Nervenkitzel.

Der "Rocket" kommt frisch aus dem Werk.

Die Schausteller haben keine Alternativen zum Aufbau in der Hitze, denn die Fahrgeschäfte sollen am Samstag fertig für die Kirmessbesucher sein. "Wir müssen weiterarbeiten, da muss man halt durch", sagt Hans-Otto Schäfer. Mit sechs Mitarbeitern stellt er sein Großkarussell "Shake" auf.

"Regen ist noch schlimmer, da kann man sich erkälten. Da bauen wir lieber in der Hitze auf", sagt der Schausteller. Zwei der sechs Mitarbeiter haben an diesem Morgen Glück: Während ihre Kollegen Teile schleppen, waschen sie die Laster und können sich auf diese Weise erfrischen.

"Die Hitze ist eine Katastrophe, wir wollen 20 Grad und bewölkten Himmel"

Raoul Krameyer, Schausteller

Das Rundfahrgeschäft "Big Monster" von Raoul Krameyer ist fast aufgebaut. Seine Mitarbeiter haben schon am Mittwoch um sechs Uhr mit der Arbeit angefangen. "Die Hitze ist eine Katastrophe, aber es hilft ja nichts", stöhnt Krameyer. Auch am "Big Monster" wird mit viel Wasser aus Flasche und Schlauch die Hitze bekämpft.

Abhilfe sollen außerdem flexible Arbeitszeiten schaffen: Die Arbeiter hatten am Mittwoch schon um 14 Uhr Feierabend. Für die nächsten Tage hat Krameyer einen Wunsch an den Wettergott: "20 Grad und bewölkt wäre uns am liebsten."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer