Über 300 Fälle werden pro Jahr gemeldet. Polizei und Weisser Ring geben Tipps gegen Langfinger.

Über 300 Fälle werden pro Jahr gemeldet. Polizei und Weisser Ring geben Tipps gegen Langfinger.
Patient Faoud Mali (l.) lässt sich von Kriminalhauptkommissar Georg Schimmelpfennig und Karl-Heinz Schayen vom Weissen Ring beraten.

Patient Faoud Mali (l.) lässt sich von Kriminalhauptkommissar Georg Schimmelpfennig und Karl-Heinz Schayen vom Weissen Ring beraten.

Sergej Lepke

Patient Faoud Mali (l.) lässt sich von Kriminalhauptkommissar Georg Schimmelpfennig und Karl-Heinz Schayen vom Weissen Ring beraten.

Wer ins Krankenhaus kommt, hat in der Regel andere Sorgen als einen gestohlenen Geldbeutel. Doch erst dieses Jahr überraschte eine 42-jährige Patientin einen Unbekannten, der sich in ihrem Zimmer an ihrem Spind zu schaffen machte. In einem anderen Fall klaute ein Dieb einem Arzt eine Umhängetasche aus einem Aufenthaltsraum. Fälle wie diese passieren immer häufiger. Über 300 Anzeigen aus Krankenhäusern landen jährlich bei der Polizei.

„Die Dunkelziffer liegt dabei noch deutlich höher“, sagt Kriminalhauptkommissar Georg Schimmelpfennig. Polizei und der Weisse Ring wollen mit Infoflyern für Patienten und Besucher sowie einem Beratungsangebot an der Uniklinik gegen die Diebstähle angehen.

Karima und Faoud Mali hoffen, dass sie während ihres Aufenthalts nicht bestohlen werden. „Leider kann das schnell passieren“, erklärt Schimmelpfennig. „Gerade weil man in einer Klinik nicht damit rechnet.“ Teils seien Kriminelle gezielt unterwegs, die als Arzt oder Pfarrer verkleidet versuchen, sich überall Zugang zu verschaffen. Meist mache jedoch die Gelegenheit Diebe – unbeachtet herumstehende Taschen oder offenstehende Patientenzimmer seien gefährlich. Dann fehlen schon mal 30 Euro im Geldbeutel – solche Delikte werden meist nicht bei der Polizei angezeigt.

„Wir sind eine offene Einrichtung – wenn es nicht gerade die Intensivstation oder der OP-Bereich ist, gehen Besucher ein und aus“, sagt Ulrich Dreiner, Leiter der Logistik. „Wir können nicht jeden überprüfen.“ Der Großteil der Ermittlungen laufe ins Leere, sagt Schimmelpfennig.

Umso wichtiger sei die Prävention. An der Uniklinik gehört ein Sicherheitsdienst dazu. „35 Mitarbeiter sind im Schichtdienst im Einsatz – vor allem in der Notaufnahme“, erklärt Dreiner. Überall gebe es Schließfächer, auch das Pflegepersonal kümmere sich um Wertsachen. Mit den Infoflyern, Plakaten und einem Beratungsangebot des Weissen Rings, der sich für Opferschutz einsetzt und auch über finanzielle Hilfen informiert, sollen die Diebstahl-Zahlen gesenkt werden.

Das rät di-e Polizei Patienten und Besuchern im Krankenhaus

„Die meisten Tipps hören sich banal an – sind aber sehr wirksam“, sagt Schimmelpfennig. Zunächst sollte man erst gar nicht viel Geld oder wertvolle Gegenstände ins Krankenhaus mitnehmen. Fast überall sei bargeldloses Bezahlen möglich. Geld oder Schmuck sollte stets in ein abschließbares Fach gelegt oder bei der Verwaltung abgegeben werden. Pin-Nummern von Geldkarten und dem Smartphone sollten nirgends notiert werden.

Offene Türen wirken einladend – daher stets die Türe schließen. Fremde im Zimmer sollte man ansprechen oder das Personal darüber informieren. Am besten auch auf Handtaschen und Mäntel von anderen Patienten achten. Die Polizei empfiehlt, jeden Diebstahl dem Pflegepersonal und der Polizei zu melden.

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