Statt auf Frontalunterricht setzt Verkehrsunternehmen auf spielerische Variante: Es geht um Technik und Risiko, Fahrer und Kunden – und bald auch um Schienen.

Statt auf Frontalunterricht setzt Verkehrsunternehmen auf spielerische Variante: Es geht um Technik und Risiko, Fahrer und Kunden – und bald auch um Schienen.
Da sitzen sie und gucken in die Luft: Rheinbahnfahrer bei ihrer Schulung per Brettspiel mal aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen.

Da sitzen sie und gucken in die Luft: Rheinbahnfahrer bei ihrer Schulung per Brettspiel mal aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen.

Jaroslaw Miernik

Da sitzen sie und gucken in die Luft: Rheinbahnfahrer bei ihrer Schulung per Brettspiel mal aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufgenommen.

Die Rheinbahn hat ihr Weiterbildungsangebot geändert. Statt des üblichen Frontalunterrichts bildet sie ihre Busfahrer im Zuge der Berufskraftfahrer-Qualifizierung erstmals durch eine spielerische Variante fort: über das Brettspiel „Steig ein!“. Praxisnah und erlebnisreich lernen die Rheinbahner damit alles Wissenswerte und Notwendige über verschiedene Themen wie Kundenorientierung, gesetzliche Rahmenbedingungen, Sicherheit oder Verhalten bei Notfällen.

Thema des Tages Fortbildung

Speziell auf die Rheinbahn angepasst, zeigen Fotos auf dem Brettspiel die Betriebshöfe und wichtige Haltepunkte des Linienplans, wie den Flughafen oder die Arena. Während des Spiels treten maximal zehn Busfahrer in Zweierteams gegeneinander an. Mit einem Miniaturbus „fahren“ die Teilnehmer unterschiedliche Spielfelder ab, etwa zu „Persönlichkeit“, „Technik“, „Kunde“ und „Risiko“. Die Fragen auf den einzelnen Spielfeldkarten werden via Power Point an die Wand projiziert, damit jeder in eine Diskussion einsteigen kann und ein reger Dialog entsteht. Die Fahrer erhalten für jede richtige Antwort eine Fahrgastkarte. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Fahrgastkarten zu sammeln. Dabei ist es nicht wichtig, einen Gewinner zu ermitteln. Vielmehr sollen die Fahrer spielerisch miteinander und vor allem voneinander lernen.

Bevor das Spiel starten konnte, wurde es rund ein Jahr geplant und organisiert. Als Vorbild diente das Planspiel „Auf Strecke“ der Hamburger Hochbahn. „Die durchweg positiven Erfahrungen, über die die Hamburger seit der Einführung ihres Spiels berichteten, brachten uns auf diese Idee“, sagt Projektleiter Michael Strotmann. Von der innovativen Art der spielerischen Weiterbildung verspricht sich die Rheinbahn langfristig, den Dienstleistungsanspruch der Fahrer zu fördern und die damit die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Das durchweg positive Echo bei den 130 Fahrern, die das Spiel schon absolviert haben, zeige, dass sich die gründliche Planung gelohnt habe. Die Ergebnisse der Fragebögen, die jeder Teilnehmer ausfüllt, seien sehr positiv, so das Unternehmen. Die Rheinbahner hoben hervor, dass die neue Art der Weiterbildung „wesentlich motivierender“ und „einprägsamer“ sei und die Zeit „wie im Flug verging“.

In den nächsten vier Jahren soll jeder Busfahrer diese Art der Schulung durchlaufen. Auch der Wunsch eines Fahrers, die spielerische Art der Unterweisung „weiter auszubauen“, könnte in Erfüllung gehen: „Die Arbeitsgruppe plant, das Spiel auch für unsere Bahnfahrer zu entwickeln“, so Strotmann.

© WhatsBroadcast

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