Die OB-Kandidaten Miriam Koch und Thomas Geisel kritisieren die Schulpolitik. CDU und FDP halten dagegen.

Ein kritisches Publikum verfolgte die Diskussion in der Aula des Lessing-Gymnasiums.
Ein kritisches Publikum verfolgte die Diskussion in der Aula des Lessing-Gymnasiums.

Ein kritisches Publikum verfolgte die Diskussion in der Aula des Lessing-Gymnasiums.

Sergej Lepke

Ein kritisches Publikum verfolgte die Diskussion in der Aula des Lessing-Gymnasiums.

Düsseldorf. Die Schulpolitik hat zuletzt immer wieder für massiven Streit gesorgt: Vor allem der bauliche Zustand vieler Schulen und die fehlende Infrastruktur dort führten sogar dazu, dass wütende Eltern vor dem Rathaus demonstrierten. Am Mittwochabend trafen im Wahlkampf erstmals Vertreter der Ratsparteien aufeinander.

Eingeladen ins Lessing-Gymnasium hatte die Elternschaft Düsseldorfer Schulen (EDS), sie hatte das Thema der steigenden Schülerzahlen in den Mittelpunkt gestellt. Zudem hatte Albert Schröder vom EDS sich intensiv vorbereitet und sekundierte Moderatorin Daniela Partenzi mit Daten, welche zum Teil ein düsteres Bild zeichneten.

 

Geld für Schulen Das Thema stand im Mittelpunkt. 349 Millionen Euro hat die Stadt in ihren Haushaltsansätzen für den Masterplan Schulen eingestellt, doch ausgegeben wurde weniger als ein Drittel, so rechnete es Schröder vor. Thomas Geisel (SPD) bescheinigte Schwarz-Gelb deshalb, „den Überblick verloren zu haben“, schließlich sei seit langem klar, dass Bedarf bestehe. Dafür stellt Geisel auch die Schuldenfreiheit infrage und plädiert für Investitionen.

„Es gibt Schlimmeres als Container.“
Florian Tussing (CDU)

Auch Miriam Koch (Grüne) will mehr Geld in die Schulen stecken, glaubt aber, das sei ohne Kreditaufnahme und mit anderen Prioritäten („weniger Umgehungsstraße“) möglich. FDP-Mann Mirko Roloff widersprach: „Wir haben die geplanten 30 Millionen Euro jährlich auch ausgegeben.“ Er wolle aber nicht bestreiten, dass an manchen Stellen noch etwas getan werden müsse. Georg Blanchard (Linke) und Michael (Möller) kritisierten die Schuldenfreiheit generell: Das Tafelsilber sei verkauft, Stadttöchter verschuldet.

Mirko Roloff betont, dass Düsseldorf im Landesvergleich gut dasteht: „Vielleicht muss man aber vom hohen Düsseldorfer Standard runtergehen und prüfen, ob Dinge auch günstiger umgesetzt werden können.“

Miriam Koch führte den Neubau der Apollinaris-Grundschule als Fehlplanung an. Direkt nach der Einweihung fehle schon wieder massiv Platz. „Weil der Bau zum Teil auf dem Schulhof errichtet wurde, müssen die Kinder nun in zwei Schichten in die Pause gehen.“

 

Klassenstärken Die Zahlen der Schüler pro Klasse haben dramatische Ausmaße angenommen, an vielen Gymnasien sind 32 Kinder pro Klasse Normalfall. Miriam Koch wunderte sich, wie lange es dauert, bis eine neue Schule gebaut wird und wie schnell die Stadt ein neues Balletthaus plane, das 88 000 Euro Miete im Monat koste. Die Container an den Schulen wurden auch vom Publikum kritisiert, Florian Tussing (CDU) verteidigte sie: „An meiner Schule gibt es sie auch, es gibt Schlimmeres.“ Zumindest seien die Schulen in der Lage, alle Kinder aufzunehmen.

 

Gesamtschulen Linke, Freie Wähler, SPD und Grüne sprachen sich für eine weitere Gesamtschule aus und verwiesen unisono auf den Elternwillen. CDU und FDP sprachen dagegen, es komme nur eine verkappte Hauptschule dabei heraus.

 

Offener Ganztag Die Stadt hat den Ausbau im Vorjahr gestoppt, die Quote liegt bei gut 60 Prozent. Geisel und Koch sehen Bedarf für einen deutlichen Ausbau. Florian Tussing dagegen sah den Fokus auf der Verbesserung der Qualität, Mirko Roloff brachte als „flexible Lösung“ die Idee ins Spiel, dass sich zwei Kinder einen Platz teilen.

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