Mieten oder kaufen – Anbau beim Hertz-Kolleg soll 2018 fertig sein.

Das Heinrich-Hertz-Berufskolleg an der Redinghovenstraße bekommt einen Erweiterungsbau.
Das Heinrich-Hertz-Berufskolleg an der Redinghovenstraße bekommt einen Erweiterungsbau.

Das Heinrich-Hertz-Berufskolleg an der Redinghovenstraße bekommt einen Erweiterungsbau.

Melanie Zanin

Das Heinrich-Hertz-Berufskolleg an der Redinghovenstraße bekommt einen Erweiterungsbau.

Düsseldorf. Neue Schulen bauen, obwohl nicht genug Geld da ist und eine Kreditaufnahme nicht in Frage kommt: Was wie die Quadratur des Kreises anmutet, exerziert die Stadt jetzt zum wiederholten Male ganz ungerührt durch. Genauer gesagt, die Ampel-Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen. Im Schulausschuss beschloss sie am Dienstag den Erweiterungsbau für das Heinrich-Hertz-Berufskolleg an der Redinghovenstraße. Baubeginn soll im Herbst sein, die Fertigstellung ist für den Sommer 2018 vorgesehen.

Rund 2600 Schüler gehen auf das technische Kolleg. Mit dem Bau wird die Stadttochter IPM beauftragt, der viergeschossige Anbau mit 50 Räumen soll 15,4 Millionen Euro kosten, hinzukommen 2,25 Millionen Euro für Inventar und Lehrmittel, die die Stadt direkt selbst bezahlt. Knackpunkt ist die Frage, wie und wann die Stadt ihrer Tochter IPM die Baukosten zurückzahlt.

Die Verwaltung schlug zunächst ein Mietmodell vor, das sicher auch der IPM prima gefallen hätte. 870 000 Euro im Jahr und das 30 Jahre lang wollte die Stadt der IPM überweisen. In summa: 26,1 Millionen Euro. Vollkommen unakzeptabel sei das für ein 15-Millionen-Projekt, wetterte die CDU in Person von Stefan Wiedon: „Wir können nicht die nächste Generation dermaßen belasten. Wir wollen, dass die Stadt den Bau 2018 kauft.“

In Oberkassel finanziert die Stadt Grundschulanbau selbst und direkt

Auch die Ampel folgte nicht dem Mietmodell, legte sich aber genauso wenig auf einen Kauf fest. Die Entscheidung wird bis zur Fertigstellung vertagt, ähnlich wie beim Neubau des Dürer-Kollegs in Benrath. Ob dann genug Geld in der neuen Rücklage für den Schulbau ist, wird sich zeigen. „Die Erweiterung beim Hertz-Kolleg ist jetzt erforderlich“, sagte Mirko Rohloff (FDP), „wir können Schulen nicht nach Kassenlage bauen, sondern müssen den Bedarf decken.“

Zeigen wird sich auch, ob die IPM wirklich ein schnellerer und effizienterer Bauherr als die Stadt ist. Im Ausschuss musste ihr Vertreter am Dienstag überraschend bei der simplen Frage passen, woraus denn die vorgelegten Folgekosten des Baus von jährlich 1,3 Millionen Euro bestehen.

Direkt aus dem eigenen Etat stemmt die Stadt den viergeschossigen Erweiterungsbau an der Bodelschwingh-Grundschule in Oberkassel: 8,6 Millionen Euro kostet es, die Schule an der Cimbernstraße auf drei Züge zu erweitern. Im April 2014 waren die Kosten auf nur 5,5 Millionen geschätzt worden. Bezugsfertig sein soll der Neubau Anfang 2018.

Schon Ende 2016 soll das Dachgeschoss der Grundschule Kronprinzenstraße ausgebaut sein. Sechs neue Räume bekommt die Schule dann, Kosten: 1,5 Millionen Euro.

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