Der neue Oberst des Flingeraner Schützenvereins heißt Patricia Srugies. Sie ist die erste in Düsseldorf.

Patricia Srugies in ihrer Uniform des Reitercorps.
Patricia Srugies in ihrer Uniform des Reitercorps.

Patricia Srugies in ihrer Uniform des Reitercorps.

Achim Hüskes

Patricia Srugies in ihrer Uniform des Reitercorps.

Düsseldorf. Wer an das hiesige Schützenwesen denkt, hat normalerweise eher Herren älteren Semesters im Kopf. Das gilt in der überwiegenden Mehrzahl auch für die Mitglieder des St. Rochus-St. Sebastianus-Schützenverein aus Flingern, das Sagen auf der Straße oder beim Zapfenstreich hat seit vergangenem Freitag aber eine Frau: Patricia Srugies wurde mit überwältigender Mehrheit zum neuen Oberst des Schützenregiments gewählt.

Damit ist die 34-Jährige eine Rarität unter den heimischen Schützen. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Frauen, die aktiv in den Düsseldorfer Vereinen mitwirken, eine derartige Führungsposition hat aber keine von ihnen inne.

„Wir in Flingern sind halt besonders aufgeschlossen und stehen für offenes Denken“, sagt Srugies nicht ohne Stolz und bezieht das nicht nur auf ihre Wahl. Denn in Karin Hamacher sitzt schon länger eine Frau als Schriftführerin im Vorstand des Flingeraner Vereins.

Die 34-Jährige kommt aus einer absoluten Schützenfamilie

Dass es nun Srugies ist, die als erste Frau eine führende Position im Regiment einnimmt und den Männern sagt, wo es bei den Umzügen lang geht, ist auf den zweiten Blick gar nicht so verwunderlich. Schließlich kommt die in Eller Lebende aus einer absoluten Schützenfamilie.

„Ich wurde schon als Kind immer von meinem Opa zu den ganzen Veranstaltungen mitgeschleppt. Und mein Vater ist heute Hauptmann bei uns im Verein“, sagt Strugies, die selbst seit rund 16 Jahren im Verein aktiv ist.

Als begeisterte Reiterin war es schon kurz vor der Jahrtausendwende kein Problem, im Schützenverein aufgenommen zu werden. Dass die Frauen mittlerweile aber auch bei den Fußtruppen mitmachen dürfen, ist nicht zuletzt den Nachwuchsproblemen der Vereine geschuldet.

„Daran kranken ja fast alle Vereine“, sagt Udo Bonus, zweiter Hauptmann der 2. Gesellschaft der Flingeraner Schützen. Und weil die Frauen durch ihre Arbeit im Hintergrund ohnehin schon immer dabei gewesen wären, hätten sie irgendwann auch richtig dazu gehören wollen, sagt Bonus, der das „absolut gerecht“ findet, weil sie sich „seit Jahren in den Vereinen engagieren“.

So wie Patricias Srugies, die sich freut, dass sich die Zeiten in den Vereinen geändert haben. „Heute findet jede Frau, die bei den Schützen mitmachen will, ihren Verein. Und warum auch nicht? Wir sind ja schließlich genauso traditionsbewusst wie die Männer.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer