Urteil: Verwaltungsgericht legt die Bonner Pfingst-Kirmes lahm. Auch Oberkasseler messen den Lärm.

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4,5 Millionen Besucher hat die Rhein-Kirmes in Oberkassel. Laut geht es vor allem in den Fest- und Partyzelten zu.

4,5 Millionen Besucher hat die Rhein-Kirmes in Oberkassel. Laut geht es vor allem in den Fest- und Partyzelten zu.

Bernd Schaller

4,5 Millionen Besucher hat die Rhein-Kirmes in Oberkassel. Laut geht es vor allem in den Fest- und Partyzelten zu.

Düsseldorf. Ein Anlieger in Niederkassel bei Bonn hat gegen die traditionsreiche Pfingst-Kirmes vor dem Kölner Verwaltungsgericht geklagt - wegen des Lärms. Und er bekam Recht. Könnte das Urteil Nachahmer in Düsseldorf finden und die Oberkasseler Kirmes kaputtmachen?

"Theoretisch ja", sagt Verwaltungsstellenleiter Alfred Kranz. Richard Fuchs von den Deichwächtern ist derselben Ansicht: "Das könnte jeder Zeit passieren. Wir sind als Landschafts- und Naturschutzverein kein Verein der Anwohner, aber ich weiß, dass Nachbarn nachts Dezibel-Messungen machen, wobei die zulässigen 55 Dezibel weit übertroffen werden. Wenn jemand die Initiative ergreifen würde, wäre die Kirmes schnell erledigt." Es sei jedenfalls nicht so, dass alle Oberkasseler während der Kirmes in den Urlaub fahren.

Bezirksvorsteher Rolf Tups will davon nichts wissen. "Die große Düsseldorfer Kirmes gehört mit ihren 4,5Millionen Besuchern zum Brauchtum. Die Stadt tut viel für die Anlieger, mit Parkplaketten, Straßensperren und Kontrollen."

Peter Justenhoven, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine (IGDS), reagiert vorsichtig: "In Oberkassel gibt es in jedem Jahr Anmerkungen aus der Bevölkerung, insofern mag die Gefahr da sein. Aber der Verein bemüht sich, die Probleme aus der Welt zu schaffen."

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