Auseinandersetzungen in Velbert und Langenfeld könnten eine Rolle spielen.

Düsseldorf. Die jüngsten Erkenntnisse über die Gewalt an der Bolkerstraße werfen ein neues Licht auf die Großaktion der Polizei vom Wochenende. Erst am Dienstag wurde bekannt, welche dramatischen Szenen sich am Neujahrsmorgen gegen halb sieben vor dem Lion Club abspielten. Und es ergeben sich Verbindungen zu vorherigen Auseinandersetzungen – ebenfalls zwischen Bandidos und Hells Angels.

Kaum zu glauben sind die Vorgänge vom 1. Januar. Der 24-jährige Passant wurde offenbar von einer abgelenkten Kugel getroffen, konnte den Schmerz zunächst aber nicht erklären – wohl auch wegen starken Alkoholgenusses. Erst als der Mann kurz darauf in einem Restaurant seine Jacke auszog, merkte er, dass er blutete. Gerade stand ein Rettungswagen vor der Tür, der ihn in ein Krankenhaus brachte. Ein Reißverschluss, der die Kugel glücklich abgelenkt hatte, bewahrte ihn wohl vor schlimmeren Verletzungen – und rettete ihm vielleicht das Leben.

Geschossen haben könnte laut Polizei der Türsteher, ein 40-Jähriger aus Haan, der den Bandidos zumindest nahesteht. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde er aber nicht angetroffen, auch keine Waffe gefunden.

Zwei Tage später wurde ein bewaffnetes Trio gestoppt

Er ist offenbar mit einem 38-jährigen Bandido befreundet, der vor fast genau einem Jahr in Velbert in eine Messerstecherei verwickelt war, bei der zwei Hells Angels schwer verletzt wurden. In den Wochen darauf wurde der Machtkampf zwischen beiden Gruppen wiederholt sichtbar.

In Langenfeld haben nun im Dezember ebenfalls Hells Angels versucht, eine vermeintliche Bandidos-Disco zu stürmen, nachdem sie an der Tür abgewiesen wurden. Zwei Tage nach den Schüssen an der Bolkerstraße stoppte die Polizei jetzt in Wersten ein Auto mit drei bewaffneten Hells Angels – ein weiteres Indiz dafür, dass sie glauben, gegen die Bandidos hier Stärke zeigen zu müssen.

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