Der ehemalige Dealer wurde 2003 getötet – einziger Verdächtiger war sein Nebenbuhler.

Ermittler an der Leiche von Jamal A. im Hofgarten 2003.
Ermittler an der Leiche von Jamal A. im Hofgarten 2003.

Ermittler an der Leiche von Jamal A. im Hofgarten 2003.

Ermittler an der Leiche von Jamal A. im Hofgarten 2003.

Düsseldorf. Es war eine Szene wie aus einem Actionfilm: Ein Pärchen spazierte am 14. Juni 2003 durch den Nordpark, als plötzlich ein Schuss ertönte. Ein blutender Mann wankte aus einem Gebüsch heran, hielt dem Paar sein Handy hin. Sprechen konnte er nicht mehr. Jamal A. (damals 30) brach bewusstlos zusammen. Der Notarzt stellte nur noch den Tod fest.

Die Ermittler gingen zunächst von einer Tat im Milieu aus: Jamal A. war ein verurteilter Drogendealer. Doch schnell geriet ein anderer Verdächtiger in den Fokus: "Wir vermuten, dass es der Freund seiner Frau war", sagt Staatsanwalt Ralf Herrenbrück.

Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens: "Er hat uns angelogen", sagt Herrenbrück. Der damals 29-Jährige habe das Verhältnis mit Jamal A.s Frau bestritten und behauptet, zur Tatzeit in Velbert gewesen zu sein. Doch sein Handy wurde von einem Funkmast in Stockum geortet. Der Mann war entweder bei seiner Geliebten - oder im Nordpark.

Zweitens: Jamal A.s Witwe kam weinend zum Tatort, als die Ermittler gerade bei der Leiche eingetroffen waren. Bis heute konnte sie Ralf Herrenbrück nicht erklären, wie sie so schnell von der Tat erfahren hatte. "Sie sagte irgendetwas von Intuition, einem Gefühl", so Herrenbrück.

Aber die Tatwaffe wurde nie gefunden, ein schlagender Beweis, dass der Verdächtige tatsächlich der Mörder ist, fehlt. Herrenbrück bekam ihn lediglich für Urkundenfälschung und illegalen Aufenthalt dran. Schließlich wurde er in die Niederlande abgeschoben.

Doch Herrenbrück hat mit dem Fall Jamal A. noch nicht abgeschlossen. Er hofft weiterhin, dass Zeugen ihr Schweigen brechen. Würde etwa die Witwe aussagen, dass ihr damaliger Geliebter sie direkt nach der Tat angerufen und ihr alles berichtet hatte, so könnte dieser schnell auf der Anklagebank sitzen.

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