Die Täter hinterließen eine rätselhafte Blutspur. In den meisten Fällen werden die Fahrzeughalter auf dem Schaden sitzen bleiben.

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Ludwig Winterstein vor seinem zerkratzten Opel Corsa.

Ludwig Winterstein vor seinem zerkratzten Opel Corsa.

Judith Michaelis

Ludwig Winterstein vor seinem zerkratzten Opel Corsa.

Düsseldorf. Normalerweise stellt Ludwig Winterstein seinen drei Jahre alten Opel Corsa auf dem Hof am Friedberger Weg ab. Am Wochenende ließ der 58-Jährige den Wagen vor dem Haus stehen. Am nächsten Morgen gab es für ihn eine böse Überraschung. Denn in der Nacht waren unbekannte Täter durch das Wohnviertel in Eller gezogen und haben an mindestens 36 Fahrzeugen ihre Spuren hinterlassen.

Auch der Lack des Opels von Ludwig Winterstein hat Riesenkratzer: "Ich habe noch keine Ahnung, wie hoch der Schaden ist. Ich werde versuchen, mich mit meiner Versicherung zu einigen."

Am Samstagmorgen gegen acht Uhr war die Polizei zunächst zum Braunfelsweg gerufen worden. Dort hatte eine Anwohnerin Kratzer an der rechten Seite ihres Fahrzeuges festgestellt. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass noch weitere Autos beschädigt waren. Bald stellte sich heraus, dass die Täter außerdem über Friedberger Weg, Kuseler Weg bis zur Straße Am Schabernack gezogen waren.

Motorhauben, Radkästen und Außenspiegel beschädigt

Nach ersten Feststellungen wurden 36 Autos in Mitleidenschaft gezogen. Die Fahrzeuge waren an den Seiten, auf den Motorhauben und an den Radkästen mit einem unbekannten Gegenstand zerkratzt worden. An einem Ford, der auf dem Kuseler Weg abgestellt war, wurde außerdem noch der rechte Außenspiegel abgetreten. Der Schaden wird auf insgesamt mehrere tausend Euro geschätzt.

Rätsel geben der Polizei Blutspuren auf, die an einigen Fahrzeugen gefunden wurden. "Die können wir uns noch nicht erklären. Denn bislang haben wir keine zerstörten Scheiben gefunden", erklärt Polizeisprecher Wolfgang Wierich. Allerdings könnten die Blutspuren zu dem oder den Tätern führen. Es wurde eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben.

Beschädigungen wie die hier beschriebenen fallen je nach Versicherung unter Überschriften wie "Vandalismus" oder "mutwillige Handlung". Die Betroffenen bleiben häufig auf den Reparaturkosten sitzen, weil Haftpflicht oder Teilkasko in der Regel dafür nicht aufkommen.

Dagegen stellt sich für den Fahrzeughalter bei einer Vollkasko-Versicherung die Frage, ob er in einem solchen Fall tatsächlich besser dasteht. Schließlich kann bei kleineren Schäden die Selbstbeteiligung höher liegen als die Schadenssumme.

Die Gothaer-Versicherung hat bei ihren Kunden von 2007 auf 2008 einen Anstieg von sechs Prozent der gemeldeten Fälle verzeichnet.

Erst im November vergangenen Jahres hatte es eine ganze Serie mutwilliger Zerstörungen gegeben. Innerhalb von einer Woche wurden in der Altstadt, in Pempelfort, Holthausen und Kaiserswerth insgesamt 60 Autos beschädigt. In einem Fall konnte einen Gruppe von sieben 14- bis 18-Jährigen festgenommen werden.

Die Taten geschehen meist spontan. Wierich: "Das kann der Frust sein, weil der Türsteher jemand nicht hereingelassen oder die Freundin Schluss gemacht hat." Auf dem Heimweg werde die Aggression dann abgelassen.

Die Täter von Eller sucht die Kripo noch. Obwohl so viele Wagen zerkratzt wurden, hatte offenbar niemand der Anwohner etwas gehört. Hinweise an die Polizei unter Telefon 8700.

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