Unfälle, Stürze, Verkehr mit Hindernissen – der Winter hat die Stadt kalt erwischt. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

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Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom OSD holen Georg Kotlien in Benrath vom Eis.

Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom OSD holen Georg Kotlien in Benrath vom Eis.

Hanna Ziegler

Sabrina Kexel und Stefan Döhring vom OSD holen Georg Kotlien in Benrath vom Eis.

Düsseldorf. Das hat Düsseldorf schon lange nicht mehr erlebt: Schnee und Eis haben den Alltag in der Stadt fest im Griff. Nicht nur Autos, auch Straßenbahnen und Züge kämpfen seit Montag mit dem Wetter. Und der Winter-Wahnsinn geht weiter: Am Dienstag soll die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst nicht über minus 4 Grad klettern.

Die Awista ist seit 2.30 Uhr in der Nacht zu Montag im Dauereinsatz. 23 Fahrzeuge räumten die Straßen und zehn die Radwege, nachdem die erste Schneeflocke gefallen war. Bis 6 Uhr morgens waren die Hauptverkehrsachsen laut Sprecher Ralf Böhme geräumt - dann musste die Awista wegen des andauernden Niederschlags gleich wieder von vorne anfangen.

Autofahrer waren vorsichtig: Nur vier Unfälle am Morgen

Zehn Zentimeter Schnee - das gab es in Düsseldorf zuletzt im November 2005. Dennoch fällt die Bilanz der Polizei relativ entspannt aus. "Wir hatten wenige Unfälle in der Stadt und keinen mit Schwerverletzten", sagt Sprecher Markus Niesczery.

Bis 11 Uhr rückten die Polizisten lediglich zu vier Einsätzen wegen querstehender Autos aus. Grund sei wohl die größere Vorsicht der Menschen: Unter diesem Gesichtspunkt ist eine offensichtlich eingeschneite Straße sicherer als ein bisschen tückisch überfrierender Nieselregen.

Verletzte gab es in der Stadt dennoch - nur handelte es sich bei ihnen um Fußgänger. Der Rettungsdienst rückte am Morgen mehrfach aus, um Menschen zu versorgen, die ausgerutscht und gestürzt waren. Auch die Gerresheimer Sana-Klinik und das St.Vinzenz-Krankenhaus bestätigen einen starken Anstieg der Verletzungen - wie Handgelenks- und Beinbrüche - durch Stürze.

Viel Glück hatten hingegen einige Unvorsichtige: Der OSD holte am Montag  wieder Menschen von zugefrorenen Gewässern. Georg Kortlien hatte kaum Verständnis, dass sein Sohn nicht auf das Eis des Benrather Spiegelweihers durfte: "Das Eis ist doch dick genug." Aber in Düsseldorf ist es generell verboten, Eisflächen zu betreten.

Das gilt auch, wenn die Eisschicht dicker wird - und die Chancen dafür stehen am Dienstag gut. Laut Deutschem Wetterdienst muss sich die Stadt auf Temperaturen zwischen minuas 4 und minus 15 Grad einstellen. Dafür soll es trocken bleiben. Sprecherin Annett Spillmann: "Die Schneefront ist durch - aber was jetzt unten ist, bleibt liegen."

Die Awista ist deshalb schon seit Dienstagnachmittag wieder unterwegs, um auch den letzten Schneematsch von den Straßen zu holen, damit er nicht auf der Fahrbahn zu Eis wird. Die Polizei rät weiterhin, auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.

Allerdings müssen Fahrgäste Geduld mitbringen. Viele S-Bahnen und Straßenbahnen fielen schon am Montag aus oder hatten große Verspätungen - vor allem wegen vereister Weichen. Ein Bahnfahrer etwa schob am Montag aber auch so viel Schnee vor sich her, dass er irgendwann stecken blieb. Eine Bahnfahrerin konnte eine verstellte Weiche an der Ackerstraße unter der Schneedecke nicht sehen und verfuhr sich daher mit ihrer Bahn. Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher: "An solchen Tagen ist eben nichts normal."

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