Im nächsten Jahr soll der Umbau fertig sein – mit einem Rittersaal im Gewölbekeller und einem Café im früheren Pferdestall.

Ansicht von Westen mit dem Hauptbau rund um den mittelalterlichen Turm, dem Westflügel von 1823 (links) und dem Südflügel von 1902 (rechts).
Ansicht von Westen mit dem Hauptbau rund um den mittelalterlichen Turm, dem Westflügel von 1823 (links) und dem Südflügel von 1902 (rechts).

Ansicht von Westen mit dem Hauptbau rund um den mittelalterlichen Turm, dem Westflügel von 1823 (links) und dem Südflügel von 1902 (rechts).

Bernd Nanninga

Ansicht von Westen mit dem Hauptbau rund um den mittelalterlichen Turm, dem Westflügel von 1823 (links) und dem Südflügel von 1902 (rechts).

Düsseldorf. Die Denkmalpfleger waren im Schloss Eller schon fleißig zugange. An einigen Stellen im Keller klaffen Löcher im Boden, um die Fundamente zu sichten. Anderswo wurde der Putz abgekratzt, um das Mauerwerk zu untersuchen.

Wie berichtet, möchtet die Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz, kurz IDR, das seit Jahren leer stehende Kleinod in ein Party-Schloss verwandeln. IDR-Chef Heinrich Pröpper möchte noch im ersten Halbjahr mit den Bauarbeiten beginnen, 2010 sollen sie fertig sein. Dann sind 2,5 Millionen Euro verbaut.

"Schloss Eller wurde im Laufe seiner Geschichte immer wieder umgebaut"

Heinrich Pröpper

Gegenüber den ersten Plänen hat sich einiges verändert: So sollte erst der Catering-Betrieb in den Keller verbannt und Ost- wie auch Westflügel für Veranstaltungen vermietet werden. Jetzt ist Folgendes geplant:

Westflügel: "Im Westflügel bleibt kaum historische Bausubstanz erhalten, ihm fehlt es an Ambiente. Deshalb werden wir dort die Infrastruktur für die Caterer wie Küche, Kühl- und Vorratsräume unterbringen", sagt Pröpper.

Schuld daran war nicht nur die Modeschule. Schon in den 1960er Jahren war die Deckenkonstruktion nicht mehr stabil genug und musste durch Stahlträger abgestützt werden. Die halten zwar das Gemäuer, sehen aber so hässlich aus, dass sie wieder hinter einer abgehängten Decke versteckt werden müssen.

Erstmals wurde die Burg Eller 1309 urkundlich erwähnt. Die alte Wasserburg wurde 1448 erbaut und bestand bis 1826.

1823 erwarb Carl Freiherr von Plessen das Haus Eller, ließ es bis auf den Turm abreißen und baute um diesen herum einen zweiflügeligen Landsitz mit englischem Landschaftsgarten. Dieser Bau wurde 1902 um einen Südflügel, eine Überdachung der Terrasse im Ostflügel und ein drittes Segment am Westflügel erweitert. Auch der Wirtschaftshof stammt aus dieser Zeit.

Ein kompletter Neubau der Deckenkonstruktion ist innerhalb der genehmigten Sanierungskosten nicht möglich. Hauptbau und Ostflügel: Ganz anders der

Hauptbau und der Ostflügel: Der Eingangsbereich und der Prinzensaal im ersten Stock sind weitgehend erhalten, ebenso der 1902 erweiterte Ostflügel. "Im 19. Jahrhundert gab es dort eine Terrasse und darüber einen Balkon.

Doch ein Balkon nach Osten war wohl nicht so prickelnd, deshalb wurden Terrasse und Balkon überbaut", sagt Pröpper. Übrigens so geschickt, dass die Räume eine Einheit bilden. Die alte Außenwand ist allenfalls als Raumteiler und als kleine Treppenstufe zu erkennen.

Südflügel: Auch dort hat sich kaum historische Bausubstanz erhalten. Im Erdgeschoss entsteht deshalb ein Seminarraum und im Obergeschoss entsteht die zentrale Toilettenanlage.

Gewölbekeller: Weitgehend erhalten geblieben ist der Gewölbekeller mit seinen hinter Türen versteckten gemauerten Vorratsnischen. Sogar ein alter Schmiedeofen wurde dort gefunden. Der Keller wird rustikal zu einem "Rittersaal" umgestaltet.

Mitteralterlicher Turm: Die zentrale Erschließung erfolgt künftig über den mittelalterlichen Turm. Er wird komplett entkernt und mit einer großzügigen Freitreppe und einer Aufzugsanlage versehen. Die bisherigen Treppen in Ost-und Westflügel dienen der inneren Erschließung.

Wirtschaftshof: Die ehemaligen Wohnungen im Wirtschaftshof werden in 28 Appartements für Messegäste umgewandelt. Nur in dem alten Pferdestall wird niemand wohnen, er soll ein kleines Café aufnehmen.

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