Weil auf der Andreasstraße ein großes Lager für die Kanalarbeiten steht, dürfen Wirte ihre Terrassen nicht mehr aufstellen.

Können ihre Terrassen nicht aufbauen: Walid El Sheikh (li.) und Dirk Hoffmann vor dem Baulager.
Können ihre Terrassen nicht aufbauen: Walid El Sheikh (li.) und Dirk Hoffmann vor dem Baulager.

Können ihre Terrassen nicht aufbauen: Walid El Sheikh (li.) und Dirk Hoffmann vor dem Baulager.

Stefan Arend

Können ihre Terrassen nicht aufbauen: Walid El Sheikh (li.) und Dirk Hoffmann vor dem Baulager.

Düsseldorf. Bis zum Jahresende werden die Kanalarbeiten in der Altstadt noch dauern. An der Andreasstraße wird nicht gebaut. Stattdessen hat die Stadt hier ein Lager für Rohre und anderes Baumaterial eingerichtet.

Das hat im Winter nicht weiter gestört. Doch nun möchten die Wirte gern ihre Außen-Terrassen eröffnen - und dürfen nicht. Denn damit Rettungsfahrzeuge die enge Altstadtgasse befahren können, muss eine Fläche von 4,50 Metern frei sein.

Besonders ärgerlich ist das für Walid El Sheikh, dem die Anaconda-Lounge gehört. Er hatte wie immer zum 1. April die Genehmigung für die Außenterrasse mit 32 Plätzen beantragt: "Die 591 Euro sind auch schon bezahlt. Aber ich darf nicht aufmachen." Denn wenn der Sicherheitsabstand eingehalten wird, bleiben ungefähr noch 50 Zentimeter übrig. Da kann aber niemand sitzen.

Baustelle wurde schon mehrfach hin- und hergeschoben

Schon aktiv geworden ist sein Nachbar Dirk Hoffmann, denn auch seine Bender’s Marie lebt im Sommer von dem Geschäft auf der Außen-Terrasse. Für ihn hat das Amt für Stadtentwässerung inzwischen auf der anderen Straßenseite ein Stück der Baustelle entfernt.

"Das kann aber keine Lösung sein, wenn ich hier ein paar Tische aufstellen kann", sagt er, "außerdem haben wir auf der Andreasstraße ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Da sollte keiner benachteiligt werden." Hoffmann hat am Donnerstag einen Ortstermin mit dem Ordnungsamt.

Schon mehrfach wurde die Baustelle in den vergangenen Monaten nach Beschwerden einige Meter hin- und hergeschoben. So kann der Besitzer der Pizzeria inzwischen wieder Tische vor die Tür stellen. Auch die Einfahrt zum Beerdigungs-Institut Salm wurde freigehalten, weil dort die Fahrzeuge mit dem Särgen passieren müssen. Zurzeit sind mit der Anaconda-Lounge, der Bender’s Marie und einem indischen Restaurant drei Gastronomen betroffen.

Für die Wirte ist das eine Existenz-Frage. "Bei schönem Wetter machen wir rund 80 Prozent des Umsatzes mit der Terrasse", schätzt Walid El Sheikh. Auch für Dirk Hoffmann ist das Geschäft unter freiem Himmel überlebenswichtig: "Ich habe 18 Mitarbeiter, die ich bezahlen muss. Ohne die Terrasse kann das nicht funktionieren." Beide betonen allerdings, die Ansprechpartner bei der Stadt seien sehr nett und hilfsbereit gewesen. Leider sei bis heute nichts geschehen.

Auch Stephan Maas vom Stadtentwässerungsbetrieb hat sich mit dem Problem bereits intensiv beschäftigt: "Wir sind auf höchster Ebene am Ball." Einen Termin, wann und wohin das Baulager verlegt wird, konnte er allerdings noch nicht nennen.

Ärgerlich ist das Ganze nicht nur für die direkt betroffenen Wirte. "Das sieht einfach nicht schön aus", beklagt sich Knoten-Chefin Isa Fiedler, die stellvertretende Sprecherin der Altstadtwirte. Ihre Kollegen kritisieren außerdem das Erscheinungs-Bild, weil das Lager wie eine Rumpelkammer aussehe.

Dabei gebe es genug Alternativen. Hoffmann: "Zum Beispiel auf dem Platz neben den vier Musen am Kom(m)ödchen. Oder vor dem leerstehenden Gericht." Dort würde allerdings das Stadtbild leiden, war eines der Argumente, warum das Lager bisher nicht verlegt wurde.

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