Nach dem Zugpferd Primark folgten weitere Marken. City-Ring freut sich auf den Umbau – und fürchtet die Arbeiten am Kö-Bogen II.

Advent 2015 und Advent 2016 auf der Schadowstraße – eine größere Wandlung kann eine Einkaufsstraße innerhalb eines Jahres kaum erfahren. Das Slalomlaufen um Baustelleneinrichtungen ist Vergangenheit. „Das Schlimmste liegt hinter uns“, sagt Johanna Groeneweg-de Kroon, Geschäftsführerin des Kaufhofs am Wehrhahn und Sprecherin des City-Rings Schadowstraße. Die Frequenz zum Start der umsatzstärksten Jahreszeit stimme: „Ich glaube, im Moment kann sich niemand beschweren.“

Die Schadowstraße hat sich in der jüngeren Vergangenheit zielgruppentechnisch geteilt: Zwischen Blumenstraße und P&C die eher gediegenen Marken wie Fossil, Esprit und Gerry Weber, dahinter beginnt fast so etwas wie eine neue Junge-Mode-Meile. Mit Firmen wie New Yorker, Forever 21, Gina Tricot, mehreren Sneaker-Geschäften und natürlich dem Zugpferd Primark. „Der hat uns sehr nach vorne gebracht“, sagt Groeneweg-de Kroon. „Die Entwicklung ist gut in punkto Branchenmix.“ Auch wenn es schade sei, dass Bornemeyer verschwinde, stattdessen eine Drogerie einziehe, und auch das Siemes-Schuhhaus seit heute geschlossen sei – ein Nachfolger stehe nicht fest.

Dennoch blickt die City-Ring-Sprecherin optimistisch in die Zukunft und glaubt nicht, dass es an der Schadowstraße zu einer Ausbreitung von Leerständen kommt: „Da habe ich keine Sorge.“ Die letzten Rankings seien positiv ausgefallen – in diesem Jahr belegte die Schadowstraße im bundesweiten Vergleich von Einkaufsstraßen nach Passantenfrequenz der Immobilienexperten Jones Lang LaSalle wieder Platz fünf, mit 12 365 Passanten pro Stunde. In der Glanzzeit als Deutschlands wichtigste Einkaufsmeile waren es 2001 sogar mal 17 865 gewesen, zehn Jahre darauf allerdings gerade mal 7965.

„Was alle Händler schade finden, ist, dass die Neugestaltung nun noch so lange auf sich warten lässt“, sagt Groeneweg-de Kroon. Frühestens 2019 kann der Umbau zur Fast-Fußgängerzone mit breitem Radweg in der Mitte, gelben Sesseln, Bäumen und Gastro-Flächen beginnen. Wenn der Kö-Bogen II fertig ist. „Das wird noch mal spannend“, sagt die City-Ring-Sprecherin. Denn der Bauverkehr solle über die Schadowstraße laufen. „Wenn den ganzen Tag dann Bagger und Laster über die Straße donnern, trägt das wenig zur Aufenthaltsqualität bei.“

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