Im Kampf gegen Dreck sollen Schulen positive Beispiele suchen. Rot-Grün betont dagegen Versäumnisse der Stadt.

Gebühren für WC-Nutzung wurde an Schulen schon erhoben, aber dann von den Behörden verboten. Archiv
Gebühren für WC-Nutzung wurde an Schulen schon erhoben, aber dann von den Behörden verboten. Archiv

Gebühren für WC-Nutzung wurde an Schulen schon erhoben, aber dann von den Behörden verboten. Archiv

Wolfgang Scheffler verweigerte dem Projekt die Zustimmung.

Sylvia Pantel will gute Nachrichten aus den Schulen hören. Archiv

dpa, Bild 1 von 3

Gebühren für WC-Nutzung wurde an Schulen schon erhoben, aber dann von den Behörden verboten. Archiv

Düsseldorf. Der bauliche Zustand der Düsseldorfer Schulen hat zuletzt für viele, oft hitzige Diskussionen in der Stadt gesorgt. Oft wird ein Sanierungsstau an den Gebäuden bemängelt, lange zugesagte Bauten wie Mensen für den Ganztag werden angemahnt. Auch der Zustand der Schul-WCs ist ein Dauerthema, sei es wegen Sanierungsbedarfs oder wegen schlechter Behandlung durch die Nutzer. Nun hat die Ratsmehrheit einen Antrag mit dem Titel „Unsere schöne Schule“ verabschiedet. Bei der Opposition löste das Kopfschütteln aus.

CDU und FDP fordern darin die Stadt auf, in einer der nächsten Sitzungen des Schulausschusses zu berichten, „wie die Schulen sich konzeptionell aufgestellt haben, um umgesetzte Sanierungsmaßnahmen und Neubauten dauerhaft in gutem Zustand zu halten“. „Best-Practice-Beispiele ’Unsere schöne Schule’ “ war der Antrag überschrieben.

Zur Begründung sagte CDU-Schulpolitikerin Sylvia Pantel: „Wir wollen positive Beispiele sammeln, die anderen Schulen als Vorbild dienen können.“ Dabei geht es Schwarz-Gelb aber auch um eine bessere Darstellung des städtischen Engagements.

Eine SPD-Schulleiterin bemängelt Einsparungen bei Putzkräften

Die Stadt investiere mit sehr hohem finanziellen Aufwand in die Schulen. In den Medien werde dagegen zuweilen der Eindruck erweckt, die Düsseldorfer Schulen seien marode. „Insbesondere der Vorwurf, dass sanitäre Einrichtungen verdreckt oder zerstört sein sollen“, stehe meist in krassem Missverhältnis zur Realität. Nun wollen die Politiker erfahren, wie es möglich ist, dass Schulen ihre Gebäude selbst gutem Zustand halten.

Der Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Scheffler (Grüne) widerspricht: „Hier wird so getan, als ob die Schulen ein besonderes Problem mit den WCs hätten. Dabei sind sie nur ein Abbild der Gesellschaft.“

SPD-Frau Ulrike Schadewaldt ist selber Schulleiterin, sie wehrt sich dagegen, mit dem Antrag „den Schulen den schwarzen Peter zuzuschieben.“ Die Stadt solle sich stattdessen fragen, wozu es führe, wenn bei Putzkräften immer mehr gespart werde.

Ähnlich äußerte sich auf WZ-Anfrage Konrad Großmann, Leiter des Rückert-Gymnasiums: „Diese zwei Themen sollte man nicht vermischen.“ An den Schulen sei es selbstverständlich, sich um Inventar und Anlagen zu kümmern. Am Rückert etwa werde sehr auf Sauberkeit geachtet, Kunst aufgehängt, Schüler übernähmen Sauberkeitsdienste, Lehrer hätten Toiletten und Mülleimer regelmäßig im Auge. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Stadt bei den Sanierungen Nachholbedarf habe. Vielerorts gebe es undichte Fenster, Wasserflecken an den Wänden, der Putz bröckele von den Wänden.

Dagegen hat Olaf Schmiemann, Vize-Rektor am Heinrich-Hertz-Berufskolleg zunächst einmal nichts dagegen, gute Beispiele aus anderen Schulen präsentiert zu bekommen. Allerdings kümmere man sich auch jetzt schon aktiv um das Thema.

Am Hertz-Kolleg wird Reinigung auch mit Spenden bezahlt

Die Schule hat mehrere Niederlassungen, am Haupthaus wurde tägliche eine zusätzliche WC-Reinigung eingeführt. Bezahlt wird das über Spenden des Fördervereins, also über die Eltern. Schmiemann ist darüber nicht so glücklich, schließlich sei die Reinigung Aufgabe der Stadt.

Während im Hauptgebäude gerade ein neues WC installiert wurde, muss die Schule am Standort in der Heerstraße mit einem maroden WC-Gebäude leben. Die dringende Erneuerung muss Schmiemann aber erstmal abschreiben: „Die Stadt hat gesagt, dafür sei kein Geld da.“

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