Nur drei Prozent der Laster sind noch im Durchgangsverkehr unterwegs. Stadt hält weiterhin nichts von der Umweltzone.

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Die meisten Lkw sind nicht auf der Durchfahrt, sondern steuern gezielt Orte in der Stadt an. (Archiv

Die meisten Lkw sind nicht auf der Durchfahrt, sondern steuern gezielt Orte in der Stadt an. (Archiv

Bernd Schaller

Die meisten Lkw sind nicht auf der Durchfahrt, sondern steuern gezielt Orte in der Stadt an. (Archiv

Düsseldorf. Im Februar werden Stadt und Bezirksregierung den Luftreinhalteplan und eine mögliche Ausweitung der Umweltzone diskutieren. Dass es dabei auch kontrovers zugeht, ist schon länger klar - von Anfang an hat die Stadt von der Einrichtung der Umweltzone nicht viel gehalten. Und von einer Ausweitung der Zone und verschärften Regeln für Fahrverbote erst recht nichts, das wurde jetzt im Verkehrsausschuss deutlich.

"Das Ziel müssen sauberere Motoren sein, die Umweltzone wird nicht zu einer besseren Luftqualität im Sinne der EU führen", stellte Roland Hahn, Vize im Amt für Verkehrsmanagement, fest.

Dass gut gemeinte Konzepte längst nicht immer gute Ergebnisse zeitigen, beweise das Lkw-Routenkonzept, mit dem der Durchgangsverkehr der Brummer in Düsseldorf reduziert werden soll. Die Stadt hat dazu eine Erhebung auf den Straßen B7, B8, L85 und L404 gemacht, um herauszufinden, wie groß der Anteil von Lieferverkehren (Zielfahrten) und der von umleitbaren Durchgangsverkehren ist. Heraus kam: Der Anteil an Durchgangsverkehren bei den Lastern geht ständig zurück und liegt nur noch bei drei Prozent.

Auf der Ludenberger Straße könnten nur drei Lkw umgeleitet werden

Für die Ludenberger Straße mit einem Gesamtverkehrsaufkommen von 3500 Kraftfahrzeugen in der Stunde und einem Lasteranteil von 2,9 Prozent hieße das etwa: Nur drei Lkw könnten verlagert werden. Für Gregor Bonin, kommissarischer Verkehrsdezernent, ist das viel zu wenig: "Das Konzept erübrigt sich damit."

Die Grünen kritisieren die städtische Haltung trotzdem: "Die Stadt verfolgt ihre eigenen Maßnahmen zur Luftreinhaltung nicht, die sie der Bezirksregierung vorgeschlagen hat", sagte Stephan Soll im Verkehrsausschuss. Und: "Nur auf eine baldige Verbreitung schadstoffärmerer Technik oder auf weitere Ausnahmegenehmigungen zu setzen, ist fahrlässig."

Umgesetzt sind die Umweltzone, die Einschränkung des Lastverkehrs auf der Corneliusstraße oder die Verbesserung des Verkehrsflusses auf hochbelasteten Straßen.

Gearbeitet wird u.a. an einer externen Stromversorgung für liegende Schiffe oder der Verlängerung einer Straßenbahnlinie zur Kesselstraße im Hafen.

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