Erstmals schickt die Justiz in Nordrhein-Westfalen eine Frau in Sicherungsverwahrung. Die sadistische Mörderin gilt als sehr gefährlich. Untergebracht wird sie im benachbarten Hessen.

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Andreas Bischof

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Düsseldorf (dpa). Gegen eine sadistische Mörderin ist als erste Frau in Nordrhein-Westfalen die Sicherungsverwahrung verhängt worden. Die Frau hatte ihre 29-jährige Lebensgefährtin in einem Ferienhaus in Tunesien zu Tode gefoltert und die Leiche zerstückelt. Deswegen war sie 1999 in Bielefeld wegen Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafhaft ist in wenigen Tagen beendet.

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht habe eine Beschwerde gegen die Maßnahme abgelehnt, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Die Entscheidung ist rechtskräftig (Az.: III-1 Ws 322/12). Das Gericht bestätigte damit Informationen der «Bild»-Zeitung. Psychiater halten die 56-jährige Frau für weiterhin sehr gefährlich. Die Justiz beruft sich auch auf ihr Verhalten in der Haft. Sie habe sich wenig einsichtig gezeigt. Deswegen sei ihre Zukunftsprognose negativ.

Das Opfer war monatelang sadistischen Exzessen ausgesetzt. Die junge Frau wurde gefoltert, erniedrigt und sexuell misshandelt. Als «treibende Kraft» bei den Folterungen sah das Gericht die 56-jährige Verkäuferin aus Ostwestfalen. Der Richter hatte in der Urteilsbegründung «unmenschliche, kaum begreifbare Quälereien» angedeutet. Die sadistischen Neigungen der Frau sollen sich schon während der Untersuchungshaft erneut gezeigt haben, als Mitgefangene in Gefahr gerieten.

Die Verkäuferin war bereits 1994 zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie eine junge Frau wie eine Sklavin gehalten und ebenfalls zu Tode gequält hatte. Damals war sie lediglich wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Frau soll nun im Frankfurter Gefängnis untergebracht werden, sagte ein Sprecher des NRW-Justizministeriums. Dort säßen schon zwei weibliche Gefangene in Sicherungsverwahrung. Der Anwalt der Frau habe aber angekündigt, gegen die Entscheidung Verfassungsbeschwerde einzulegen und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, hieß es.

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