Die CDU-Politikerin will ihre Partei jetzt mobilisieren. Die Baustellen allein seien keine Entschuldigung mehr.

Schmidt Sabine
Sabine Schmidt (CDU).

Sabine Schmidt (CDU).

Laurence Chaperon

Sabine Schmidt (CDU).

In der Bezirksvertretung Mitte forderten Sie eine gemeinsame Beschwerde aller Parteien bei der Rheinbahn. Wie kam es dazu?

Sabine Schmidt: Seit einem Dreivierteljahr fällt mir auf, dass die Rheinbahn immer unpünktlicher wird. Das betrifft alle Linien, die in der Innenstadt fahren und kann so nicht mehr hingenommen werden. Allein mit der U–Bahn-Baustelle kann man das nicht mehr begründen.

Haben Sie persönliche Erfahrungen gemacht?

Schmidt: Am Tag vor der Sitzung wollte ich mittags mit der Linie 704 vom Wehrhahn zur Lennéstraße fahren, weil ich dort einen Termin hatte. Am Hauptbahnhof mussten wir alle aussteigen und es wurde nur mitgeteilt, dass die Bahn hier endet. Es geht nicht, dass man die Leute einfach auf dem Bahnsteig stehen lässt, ohne Sie zu informieren. Ich kann wirklich gut verstehen, wenn die Fahrgäste sauer sind. Zu meinen Termin kam ich natürlich zu spät.

Das war wahrscheinlich nicht das einzige Erlebnis . . .

PERSÖNLICHES Sabine Schmidt ist stellvertretende Bezirksbürgermeisterin im Bezirk Mitte. Bis zu den letzten Wahlen leitete sie zehn Jahre lang die Bezirksvertretung.

Schmidt: Nein. Eine Woche vorher war die Fahrt am Graf-Adolf-Platz zu Ende, wegen einer kaputten Weiche. Und das mitten im Berufsverkehr um 17.45 Uhr. Ich bin dann zu Fuß gegangen. So etwas passiert ja nicht nur mir. Inzwischen beklagen sich immer mehr Fahrgäste, weil die Rheinbahn ihren Fahrplan nicht einhält. Zumal es oft technische Störungen sind, die nichts mit den Bauarbeiten zu tun haben. Es kann nicht sein, dass eine Bahn schon zwei Haltestellen nach der Endhaltestelle verspätet ist.

Und wie soll das verbessert werden?

Schmidt: Oberbürgermeister Geisel hat einen Fünf-Minuten-Takt gefordert. Oft kommt aber lange gar keine Bahn und dann fahren drei direkt hintereinander. Es muss doch möglich sein, das besser zu koordinieren. Zumal die Ausrede, dass viele Verspätungen durch den Autoverkehr verursacht werden, nicht meinen Beobachtungen entspricht. Abgesehen von Unfällen, gegen die man natürlich nichts machen kann. Im Moment kann man den Bürgern wirklich nicht empfehlen, auf den Öffentlichen Personennahverkehr auszuweichen. Dazu ist die Rheinbahn einfach nicht zuverlässig genug.

Wie wollen Sie das verbessern?

Schmidt: Ich glaube nicht, dass es eine gemeinsame Initiative der Bezirksvertretung geben wird. Aber ich werde das Thema nach den Ferien in der CDU-Fraktion diskutieren. Allerdings befürchte ich, dass bis zum Start der U-Bahn alle nur damit beschäftigt sind, den Fahrplan auf den Kopf zu stellen. Aber vielleicht klappen dann ja auch die Anschlüsse besser.

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