Am Aaper Wald freuen sich die Kinder über die Rodelbedingungen – in der Altstadt indes muss der Schnee jetzt entfernt werden.

winterwetter
Hannah und Jannik haben mit Opa Eberhard Toma und Mama Silke viel Freude im Aaper Wald.

Hannah und Jannik haben mit Opa Eberhard Toma und Mama Silke viel Freude im Aaper Wald.

Am WZ-Center warnt ein Schild Besucher vor drohender Schneeglätte.

Young David, Bild 1 von 2

Hannah und Jannik haben mit Opa Eberhard Toma und Mama Silke viel Freude im Aaper Wald.

Düsseldorf. Plötzlich galoppiert eine Gruppe Pferde über den Feldweg, biegt ab auf den weißen Acker, die Hufe wirbeln den Schnee auf. Eine traumhafte Winterszene. Weniger traumhaft freilich für den Bauern, dem die Tiere am Rande des Aaper Waldes am Mittwochnachmittag ausgebüxt sind. Aber die Pferde sind rasch wieder eingefangen.

Sie wollten sich wohl auch beteiligen an dem Wintersport-Idyll, das jenseits ihres Weidezauns gerade stattfindet. Am Mittwochnachmittag bevölkern dort um die 50 große und kleine Menschen sowie ein kleiner Terrier in Thermo-Mäntelchen die Abhänge am Segelflugplatz. „Es ist toll, dass es so nah ist. Da muss man gar nicht nach Winterberg“, freut sich Silke Toma aus Unterbach.

Sie ist mit Sohn Jannik (4), Tochter Hannah (6) und Schwiegervater Eberhard Toma zum Rodeln gekommen. Während Mama und Sohn sich einen Schlitten teilen, trauen sich der 76-Jährige und Hannah auch allein auf den Abhang. „Ich bin auch runtergefallen“, berichtet die Sechsjährige nicht ohne Stolz. Warum? „Weil ich das extra gemacht habe!“ Ein bisschen Spaß muss eben sein.

Hauseigentümer räumen in der Fußgängerzone nur am Rand

In der Innenstadt derweil löst die Rutschpartie nur bei wenigen Menschen solche Glücksgefühle aus. Gerade in den Fußgängerzonen der Altstadt schlittern die Passanten auf geschlossener Schneematsch-Eisdecke oft nur haarscharf am Sturz vorbei. Denn die Hauseigentümer müssen nur einen Streifen am Rand räumen – in der Mitte wird der Schnee erbarmungslos festgetreten.

„Ich fühle mich wie ein Rallyefahrer“, sagt Fahrradkurierin Stephie Hacker (27), die mit Schritttempo durch die City gurkt. „Ich kann nicht so viel Geld verdienen wie sonst, weil ich langsamer bin – aber mir macht es mehr Spaß.“ Zumindest meistens. Vor zwei Tagen ist sie gestürzt – das war weniger lustig. „Aber ich habe mir nichts getan!“

Im morgendlichen Berufsverkehr gab es am Mittwoch doppelt so viele Unfälle wie am Tag zuvor – nämlich 40. Es blieb aber wieder bei Blechschäden. Auf den Autobahnen herrschte zwischenzeitlich Stillstand.

Die Enteisung von Flugzeugen führte wieder zu Verspätungen, sonst gab es keine Probleme. Vier Flüge wurden gestrichen, weil Airlines Flüge zusammenlegten.

Sieben Bahnen fuhren in der Nacht Spur, so blieben die Gleise am Mittwochmorgen frei. „Es normalisiert sich“, sagt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher.

Die Stadt verzeichnete laut Andrea Blome vom Amt für Verkehrsmanagement in den letzten beiden Tagen je sechs Beschwerden wegen nicht geräumter Gehwege. „Die Hauseigentümer werden von uns dann angeschrieben“, erklärt Blome. „Das fruchtet dann auch in der Regel.“ Die Hauseigentümer müssen einen Meter vor dem Gebäude bis 7 Uhr morgens freiräumen, am Wochenende bis 9 Uhr.

Skeptisch wirkt auch der 13 Wochen alte Zergschnauzer Ted, als er durch den Matsch stakst. „Salz ist aber noch eher ein Problem“, sagt Besitzerin Nina Olschenka (28). Sie und Freundin Nicole Förster (36) kommen mit den Bodenverhältnissen aber bisher ganz gut zurecht. „Aber wenn es friert, wird es ein Problem“, glaubt Förster. „Man könnte hier ja schon mal räumen“, findet Ulrich Frike (73).

Das tut die Stadt auch, bestätigt Inge Bantz am Mittwochnachmittag auf WZ-Anfrage: „Wir haben eine Sonderräumung in der Altstadt in die Wege geleitet.“ Denn wenn es in den kommenden Tagen Minusgrade gibt, könne der Schneematsch in der Altstadt in der Tat gefährlich werden. Ein ein Meter breiter Streifen soll jetzt in der Mitte freigelegt werden. Damit nur rutscht und fällt, wer das wie die kleine Hannah auch will.

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