Stadt verweigert Baugenehmigung für Steganlage. Investor pocht auf Verträge.

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So soll die Wellness-Oase am Elbsee aussehen. Doch für den Steg gibt es keine Genehmigung. Simulation: IDR

So soll die Wellness-Oase am Elbsee aussehen. Doch für den Steg gibt es keine Genehmigung. Simulation: IDR

Der Elbsee von oben: Die Oase entsteht auf dem rot markierten Areal.

NN, Bild 1 von 2

So soll die Wellness-Oase am Elbsee aussehen. Doch für den Steg gibt es keine Genehmigung. Simulation: IDR

Düsseldorf. Ein asiatischer Wohlfühlfaktor, ein Hauch von Bali sollte eigentlich längst am Elbsee östlich von Benrath zu genießen sein. Doch vor der seit 2007 geplanten Wellness-Oase mit Sauna, Pools, Fitness und Restaurant türmen sich immer neue Hürden auf. Und an der neuesten könnte das 20-Millionen-Euro-Projekt hängen bleiben.

Denn es wird keine Genehmigung für den etwa 50 Meter in den See ragenden Steg mit Hütten geben. „Der Bauantrag für den Gebäudekomplex wurde genehmigt, die Steganlage aber verbietet der Landschaftsplan“, sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies am Donnerstag auf Anfrage der WZ.

Der Naturschutz spielte bei dem Prestigeprojekt von Anfang an eine Rolle. So gilt der fast 90 Hektar große Elbsee als Rückzugsgebiet für seltene Vogelarten und Rast-Station für Zugvögel. Naturschützer befürchten, dass Menschen in Bademänteln auf den Stegen die Vögel ab- und verschrecken könnten.

Investor glaubt, dass Steganlage genehmigungsfähig ist

Bauherr ist die Stadttochter IDR, Pächter die Kölner „Theune Spa“, die einige große Wellnessanlagen in Deutschland (darunter Claudius-Therme und Neptun-Bad in Köln) betreibt. Deren Geschäftsführer Stephan Theune fiel am Donnerstag aus allen Wolken: „Uns hat keiner informiert. Fest steht aber: Wir haben ganz klare Verträge mit der Stadt, der Bebauungsplan ist längst rechtskräftig.“ Auch die Stege seien genehmigungsfähig, der „Paragrafendschungel des deutschen Baurechts tut sich nur mit Aufbauten auf Stegen im Wasser schwer, in Holland sind die alltäglich“, schimpft Theune.

Die Stadt sieht das anders. Laut Stulgies gibt es zwei Befreiungstatbestände für derlei Wasseranlagen – wenn das Projekt im öffentlichen Interesse liegt oder wenn eine Genehmigungsverweigerung eine zu große Härte für den Investor darstellt. Stulgies: „Beides ist hier nicht gegeben.“ Intime Kenner der Sache betonen hingegen, Theune Spa habe bei seiner sehr ähnlich gelegenen Anlage in Hamm alle Auflagen des Natur- und Tierschutzes erfüllt.

Somit werden andere Gründe vermutet, die Wellness-Oase nun zu torpedieren. Den Löwenanteil der Investition müsste die IDR stemmen, doch Denis Rauhut, neuerdings alleiniger IDR-Chef, soll von Anfang an gegen das Projekt gewesen sein. Zum einen wegen der Kosten. Aber auch, weil es mit dem Namen seines im Februar im Zuge der Affäre um Parteispenden und Geschenke an Beamte und Politiker geschassten Vorgängers Heinrich Pröpper verbunden war.

© WhatsBroadcast

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