Drei herbe Niederlagen in einem Jahr haben die Sozialdemokraten stark geschwächt.

Düsseldorf. Neues Jahr, neues Glück. Dem alten werden die Düsseldorfer Sozialdemokraten kaum nachtrauern. Allzu viele bittere Stunden hat es den SPD-Anhängern bereitet. Eine ganze Serie herber Wahl-Niederlagen mussten sie verdauen - und in der Landeshauptstadt kam es noch übler als anderswo.

Europawahl Der erste Urnengang am 7. Juni bringt gleich eine Rekordniederlage: Bei der Europawahl gibt’s für die SPD nur 21,3 Prozent - das schlechteste Ergebnis, das die Düsseldorfer Genossen bei einer Wahl nach dem Krieg eingefahren haben. Dass auch die CDU auf 36,5 Prozent absackt, kann nicht trösten.

Kommunalwahl Noch härter freilich trifft die Partei das miserable Abschneiden bei der Kommunalwahl am 30. August. Sie sackt von 30,3 (2004) auf 23,3 Prozent ab, von 41 Wahlkreisen kann sie nur zwei gewinnen, auch ein Negativrekord - mit personellen Konsequenzen: Fraktionschef Günter Wurm wirft das Handtuch.

Ein neues Team um Nachfolger Markus Raub soll die dezimierte Truppe im Rathaus führen. Gewinner ist - wie auch bei den anderen Wahlen - die FDP, sie kann ihr Bündnis im Stadtrat mit der CDU, die leicht verlor, fortsetzen.

Bundestagswahl Die nächste Klatsche für die SPD folgt am 27. September. Bei der Bundestagswahl gibt’s den größten Verlust: minus 11,8 Prozentpunkte - übrig bleiben nur noch 24,2 Prozent. Zwar fahren die Genossen bundesweit schlechte Ergebnisse ein, in Düsseldorf sind sie aber noch ein bisschen schlechter.

Viele Beobachter führen das auf die zermürbenden Personalstreitigkeiten zurück: Lange beharkte sich Günter Wurm mit Bürgermeisterin Gudrun Hock. Dann stritten die Bundestagsabgeordneten und Staatssekretäre Karin Kortmann und Michael Müller um den besseren Listenplatz bei der Bundestagswahl. Vergeblich: Am Ende flogen beide raus. Was immer also 2010 für die Sozialdemokraten bringen wird - schlimmer kann es kaum noch kommen...

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