Düsseldorf verändert sein Gesicht: Ab Samstag gibt es jede Woche einen Rundgang entlang der großen Baugruben.

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Am Schadowplatz wird schon für den Kö-Bogen gebuddelt: Abwasserkanäle müssen verlegt werden.

Am Schadowplatz wird schon für den Kö-Bogen gebuddelt: Abwasserkanäle müssen verlegt werden.

Judith Michaelis

Am Schadowplatz wird schon für den Kö-Bogen gebuddelt: Abwasserkanäle müssen verlegt werden.

Düsseldorf. Bagger, Kräne und Baugruben statt Altstadt, Kö und Rheinufer: Bei einer neuen Stadtführung stehen einmal nicht die Schokoladenseiten Düsseldorfs im Blickpunkt.

Ganz gezielt geht es von einer lauten, staubigen Baustelle zur nächsten. Eine Schnapsidee? Nicht für Eva-Maria Illigen-Günther, Chefin der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH (DMT).

"Wir wollen Touristen und Einheimischen zeigen, was eigentlich hinter den Bauzäunen passiert - und wie sich das Gesicht der Stadt in den nächsten fünf Jahren verändern wird."

Ab sofort jeden Samstag gibt es einen Rundgang, der für alle offen ist, zusätzlich können Termine für Gruppenführungen ausgemacht werden (siehe Info-Kasten).

Innerhalb von zwei Stunden geht es vorbei an allen zentralen Baustellen von Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie in der Innenstadt. Den Weg weist Gästeführer Rudi Wolff, der 68-Jährige ist gelernter Ingenieur für Sanitär, Heizung, Klima, "von daher kenne ich mich auf Baustellen auch ein bisschen aus".

"Wenn Sie mich fragen, könnte man diese Häuser auch gleich abreißen."

Rudi Wolff, Stadtführer

Ab sofort jeden Samstag um 11 Uhr (Dauer: zwei Stunden). Tickets für 7 Euro (Erwachsene) bzw. 3,50 Euro (Kinder bis zwölf Jahre) gibt’s in den Tourist-Infos Marktplatz und Hauptbahnhof.

Treffpunkt ist der Info-Container der Wehrhahn-Linie am Corneliusplatz / Ecke Kö. Die Führung endet am Graf-Adolf-Platz.

Sie kosten 105 Euro (deutschsprachig) bzw. 135 Euro (fremdsprachig). Anmeldung unter Telefon 17202-854.

Los geht der Rundgang am Corneliusplatz, von dort führt der Weg über den Jan-Wellem-Platz, wo zurzeit Abwasserkanäle verlegt werden als Vorbereitung für die neuen Libeskind-Bauten.

Mit viel rheinischem Humor erklärt Wolff, was auf den Baustellen genau passiert. Und eine Meinung hat er auch - etwa zum Groß-Projekt Kö-Bogen: "Wenn der Tausendfüßler weg kommt, ist das schade. Aber wenn er erstmal weg ist, wird ihn keiner mehr vermissen."

Und mit Blick auf die Tuchtinsel: "Wenn Sie mich fragen, könnte man diese Häuser auch gleich abreißen."

Weiter geht’s zum Gustaf-Gründgens-Platz, wo mehrere große Silos für die Wehrhahn-Linie stehen. Wolff weiß, welche Funktion sie haben: "Darin befindet sich eine Stützflüssigkeit, die für den Bau der Schlitzwände gebraucht wird. Ist der Beton in der Erde, wird die Flüssigkeit zurück in die Silos gepumpt."

Nächste Station ist die Baugrube vor dem Breidenbacher Hof. Damit Wolff immer auf dem aktuellen Stand ist, hält er engen Kontakt zu Gerd Wittkötter, dem Projektleiter der Wehrhahn-Linie. Denn die Baustellen verändern sich ständig.

Baustelle am Breidenbacher Hof wird auf die andere Straßenseite verlegt

So können die Chefs vom Luxus-Hotel bald aufatmen: Bis Ende Juli wird die Baustelle vor dem Breidenbacher Hof auf die gegenüberliegende Straßenseite verlegt, das Ärgste ist dann überstanden.

Weiter geht’s über Kö, Benrather- und Kasernenstraße bis zum Graf-Adolf-Platz, wo der Rundgang endet. Auch dort steht in Kürze eine größere Änderung an: Übernächstes Wochenende startet die so genannte Verkehrsphase 2 - was bedeutet, dass der Verkehr auch dort auf die andere Straßenseite, also Richtung Schwanenspiegel verlegt wird.

Überlegt wird derweil noch bei der DMT, ob man die Führung für Anwohner der U-Bahn-Baustellen kostenlos anbieten soll. Ein feiner Zug wäre es...

www.duesseldorf-tourismus.de

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