Transport über Gleise ist bald unmöglich.

Benrath/Reisholz
Einmal wöchentlich nachts werden Kräne der Firma Terex an der Bamberger Straße über die Gleise Richtung Reisholzer Hafen transportiert.

Einmal wöchentlich nachts werden Kräne der Firma Terex an der Bamberger Straße über die Gleise Richtung Reisholzer Hafen transportiert.

Einmal wöchentlich nachts werden Kräne der Firma Terex an der Bamberger Straße über die Gleise Richtung Reisholzer Hafen transportiert.

Düsseldorf. Der Kranhersteller Terex in Benrath wartet weiter auf eine Unterführung für den Transportweg seiner Kräne zum Reisholzer Hafen. Wie in der industriellen Steinzeit müssen die Schwertransporter weiterhin einmal die Woche nachts über das Gleisbett neben der Bamberger Straße geleitet werden. Dafür werden extra während eines Zeitfensters, in dem für 20 Minuten keine S-Bahnen und ICEs vorüberdonnern, die Oberleitungen hochgefahren.

Doch auch damit wird bald Schluss sein. Wie die Bahn im Zusammenhang mit den Planfeststellungsverfahren auf diesem Abschnitt für den geplanten Rhein-Ruhr-Express (RRX) der Stadt mitgeteilt hat, könne es künftig durch die zusätzlichen Fahrten auf der Strecke keine Unterbrechung mehr geben. Auch nicht wie jetzt kurz nach Mitternacht. Damit würde der US-Konzern, der 90 Prozent seiner Kräne in die ganze Welt exportiert und einen Umsatz von 7,5 Milliarden Euro macht, demnächst vor einem Zaun stehen.

Deshalb nehmen jetzt jene Gespräche zwischen Terex und der Stadt Fahrt auf, die bereits unter den ehemaligen Stadtoberhäuptern Erwin und Elbers geführt wurden, aber in einer Sackgasse endeten. Gespräche über eine Vertiefung und Verbreiterung der Unterführung an der Bamberger Straße. „Das Thema ist im Zusammenhang mit dem RRX wieder akut geworden“, bestätigt Bernd Thomas, Referent aus dem Verkehrsdezernat.

Erweiterung der Unterführung kostet bis zu vier Millionen Euro

Nach einer neuen Machbarkeitsstudie, die jetzt von Terex in Auftrag gegeben wurde, hätten sich mittlerweile nicht nur die Ausmaße der Kranteile, sondern auch die Kosten für den Umbau deutlich geändert. Statt 2,3 Millionen Euro, die im Jahr 2009 veranschlagt wurden, müssen laut Terex-Geschäftsführer Mathias Dobner nun zwischen 3,5 und vier Millionen Euro in die Hand genommen werden. „Das Hauptproblem muss noch geklärt werden, wer es bezahlt“, sagt Thomas. Alleine könne die Stadt diesen Betrag nicht schultern. Und dass die Bahn beteiligt werde, weil sie bald ihre Zäune dicht macht, sei rechtlich wohl nicht haltbar. Terex bestätigt, dass es konstruktive Gespräche mit der Stadt gebe. Spätestens 2022 muss eine Lösung gefunden sein. Dobner: „Dann dürfen wir nicht mehr über die Gleise.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer