Er hatte den 61-Jährigen beim Zurücksetzen übersehen. Bewährung für den Angeklagten.

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Andreas Bischof

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Düsseldorf. Es war ein tragischer Unfall am 30. November vergangenen Jahres in Hassels. Beim Zurücksetzen hatte ein Lkw-Fahrer einen Mann im Rollstuhl übersehen. Der 61-Jährige wurde überrollt und starb noch an der Unfallstelle. Gestern musste sich der 52 Jahre alte Kraftfahrer wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten.

Gegen 10 Uhr vormittags war der Angeklagte mit einem Bauschuttcontainer zur Potsdame Straße gefahren, um diesen dort abzuladen. Dazu sei er rückwärts in eine Einfahrt gefahren, obwohl er hinter sich kaum etwas sehen konnte und keinen Einweiser hatte. „Plötzlich habe ich einen Widerstand gespürt“, erklärte der 52-Jährige gestern.

Er widersprach ausdrücklich den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Die hatte behauptet, dass der Kraftfahrer noch einmal zurückgesetzt habe, nachdem er den leeren Rollstuhl entdeckte. Das allerdings konnte gestern nicht bewiesen werden.

Der Angeklagte erklärte, er sei sofort ausgestiegen und habe den schwer verletzten Rollstuhlfahrer entdeckt. Danach habe der 52-Jährige selbst einen Schock erlitten. Der Behinderte, der gerade vom Bierholen aus einem nahegelegenen Supermarkt gekommen sein soll, war zunächst noch ansprechbar, verlor aber dann das Bewusstsein und starb.

Kraftfahrer war fast ein Jahr lang krank geschrieben

Der Lkw-Fahrer war in psychologischer Behandlung und kann erst seit Anfang November wieder arbeiten. Sein Fahrzeug hat jetzt eine Rückfahr-Kamera. Verurteilt wurde der Mann zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Seinen Führerschein darf er behalten.

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