Der zweitgrößter Schützenverein der Stadt wird 570 Jahre alt und feiert das am Wochenende mit einem großen Fest.

Die Toten Ärzte sorgen bei „Rock in Bilk“ für Stimmung.
Die Toten Ärzte sorgen bei „Rock in Bilk“ für Stimmung.

Die Toten Ärzte sorgen bei „Rock in Bilk“ für Stimmung.

Schützen Bilk

Die Toten Ärzte sorgen bei „Rock in Bilk“ für Stimmung.

Düsseldorf. Die Bilker Schützen mit 900 Mitgliedern der größe Verein im Stadtteil, waren schon immer etwas eigen. Sie gehörten zu den ersten, die freitags vor dem Beginn des eigentlichen Schützenfestes eine Party-Nacht feiern und sie sind der einzige Schützenverein Düsseldorfs, der seinen Krönungsball außerhalb des Schützenfestes begeht– nämlich im September. Aber wenn man älter ist, als das Düsseldorfer Schützenwesen, kann man sich einige Eigenheiten erlauben.

Denn belegt sind die Bilker Schützen seit 1445, einer Zeit, als Bilk noch ein winziges und vorwiegend von der Landwirtschaft geprägtes Dorf war. Es herrschte bittere Armut, es gab noch Frondienste, Seuchen wie Cholera und Pest überzogen das Land. „Die Schützen waren es, die in den entstehenden Städte des Mittelalters Freiheit und Bürgerrechte gegen Fronarbeit, Adel und Klerus verteidigten“, sagt Schützenchef Hans-Dieter Caspers nicht ohne Stolz. „Und dabei haben wird uns immer wieder auf Veränderungen einlassen müssen – und wollen.“

Und so ist das Fest, das heute beginnt, Rückblick und Ausblick zugleich. „Rock in Bilk“, 1994 aus der Taufe gehoben, ist mittlerweile Kult und zieht Besucher auch über die Grenzen Düsseldorfs hinaus an. Im Jubiläumsjahr sorgen mit den Gruppen „Die Toten Ärzte“ und „Pupcop“ bis weit nach Mitternacht für Stimmung, Einst Anheizerband für Peter Maffay, In Extremo oder Nina Hagen, stehen „Die Toten Ärzte“ mit ihren Coversongs von den Toten Hosen und den Ärzten mittlerweile selbst für Party pur. Auch „Pupcop“ sind in Bilk keine Unbekannten, schließlich ist die Band zum vierten Mal bei „Rock in Bilk“.

 Auch am eher beschaulichen Schützensamstag werden alte Zöpfe abgeschnitten. So werden am Abend die für Besucher eher langweiligen Ehrungen gerafft, statt dessen ist ab 20.30 Uhr Partyzeit mit der Band „Fahrerflucht“. Viel Publikum wird am Sonntagmittag beim Platzkonzert vor der Bilker Kirche erwartet. Danach zieht der historische Festzug durch den Stadtteil mit den Jubiläumskompanien „Heimatfreunde“ (50 Jahre) und Hohenzollern (125 Jahre) sowie Gästen aus dem sauerländischen Medebach, die mit Königspaar und gesamten Hofstaat nach Düsseldorf kommen. Montag ist zudem Familientag mit reduzierten Kirmespreisen am Aachener Platz.

Freitag 17 Uhr: Kirmeseröffnung, 19.30 Uhr: „22 Jahre Rock in Bilk“

Samstag 14.45 Uhr: Gottesdienst in der Martinskirche, 16:45 Uhr: Regimentsbiwak auf dem Fürstenplatz, 19 Uhr: Eröffnungsabend und Party

Sonntag 12 Uhr: Platzkonzert vor der Bilker Kirche, ab 13.45 Uhr: Historischer Festzug ab Bilker Allee, Parade auf der Benzenbergstraße, 17.45 Uhr: Beginn des Vogelschießens

Montag 14.50 Uhr: Pagenvogelschießen, 15 Uhr: Bunter Familiennachmittag im Zelt mit Pagenrundgang Dienstag 16 Uhr: Weitere Schießwetbewerbe, 18.30 Uhr, Königsschuss, 22.15 Uhr Großer Zapfenstreich

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