Der Markt verkommt immer mehr, ärgern sich Anwohner: Container quillen über und Müllberge türmen sich. Schon vor einem Jahr forderten Politiker ein neues Marktkonzept. Passiert ist seitdem nichts.

PEMPELFORT
Der Rochusmarkt ist alles andere als einladend. Seit Jahren wird bereits ein neues Marktkonzept gefordert.

Der Rochusmarkt ist alles andere als einladend. Seit Jahren wird bereits ein neues Marktkonzept gefordert.

David Young

Der Rochusmarkt ist alles andere als einladend. Seit Jahren wird bereits ein neues Marktkonzept gefordert.

Düsseldorf. Sandra Kluge kommt mit ihrer dreijährigen Tochter Deliah gerne auf den großen Spielplatz am Rochusmarkt. „Weil er so zentral gelegen ist und es in der Gegend nicht viele Alternativen zum Spielen gibt.“ Zudem sei der Platz stets in einem gepflegten Zustand – was man von anderen Stellen des Platzes seit langem nicht behaupten kann. „Und von einem Markt kann nicht wirklich die Rede sein, bei dem sehr überschaubaren Angebot“, sagt sie und zeigt auf die kleine Imbissbude, die mit holländischen Fritten lockt.

Gegenüber werden sonst Gemüse und Obst angeboten – doch der Stand ist gerade komplett dicht. „Der Markt verkommt seit Jahren und ist ein richtiger Schandfleck geworden“, beklagt ein Anwohner, „das ärgert viele hier vor Ort.“ Der Unmut ist nachvollziehbar: Aus den Containern zur Derendorfer Straße hin quillt Altpapier und Altglas über, ringsherum türmen sich Müllberge. „Die Dinger müssen endlich unter der Erde verschwinden“, fordert Passantin Marlies Stock. Doch das ist, zumindest an identischer Stelle, aufgrund unterirdischer Rohre nicht möglich. „Die Verwaltung hat mir aber versichert, derzeit einen alternativen Standort zu suchen“, sagt Bezirksvertreter Sebastian Rehne (FDP).

Schon vor einem Jahr brachte die FDP im Stadtteil einen Antrag mit konkreten Vorschlägen für den Platz in der zuständigen Bezirksvertretung 1 ein, forderte unter anderem ein neues Marktkonzept. „Passiert ist seitdem fast nichts. Der Gemüsehändler macht sich ungestört breit und hat eine Abstellecke eingerichtet, die Imbissbude öffnet nach dem Zufallsprinzip. Von echtem Marktgeschehen kann schon lange keine Rede sein“, beklagt Rehne.

Gemeinsame Begehung mit Politik und Verwaltung

Bevor man aber neue Händler anlocken könne, müsse der Platz optisch aufgewertet werden. Zumindest wurde in der Bezirksvertretung Ende vergangenen Jahres eine gemeinsame Begehung mit Politik und Verwaltung beschlossen. „Einen konkreten Termin gibt es aber bisher nicht“, sagt Rehne. „Bleibt es dabei, bringen wir das Thema bei der nächsten Sitzung mit einem Antrag wieder auf die Tagesordnung.“

Dass am Rochusmarkt Handlungsbedarf besteht, räumt auch Klaus Meyer, Leiter des zuständigen Amtes für Verbraucherschutz, ein. „Wir bemühen uns stetig, neue Händler zu gewinnen. Aber im Winter ist das noch schwieriger.“ Meyer fordert zudem, die Öffnungszeiten zu überdenken: Offiziell hat der Markt jeden Werktag bis 18 Uhr geöffnet. „Langfristig würde eine zeitliche Begrenzung des Angebots wohl mehr Sinn machen.“

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