Die Zahl der erwischten Schwarzfahrer ist leicht zurückgegangen. Das Unternehmen möchte die Quote weiter verringern.

Die Zahl der erwischten Schwarzfahrer ist leicht zurückgegangen.
Eine Fahrkartenkontrolle in der Rheinbahn. Archiv

Eine Fahrkartenkontrolle in der Rheinbahn. Archiv

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Eine Fahrkartenkontrolle in der Rheinbahn. Archiv

Düsseldorf. Die Rheinbahn möchte Personal aufstocken. Bis zum Ende des Jahres wird das Unternehmen voraussichtlich zehn neue Kontrolleure einstellen und damit gegen Schwarzfahrer vorgehen, teilt Sprecherin Heike Schuster auf Anfrage mit. Zwar ist die Zahl derer, die ohne gültigen Fahrschein erwischt wurden, im vergangenen um 3000 auf 57 000 leicht gesunken. „Es wurde 2017 aber auch weniger kontrolliert als im Jahr davor“, sagt Schuster. 1,51 Prozent der Fahrgäste mussten 2016 ihre Fahrkarte vorzeigen, im vergangenen Jahr waren es 1,43 Prozent. Die Schwarzfahrerquote liegt relativ konstant bei um die zwei Prozent. 29 eigene Kontrolleure hat die Rheinbahn derzeit, hinzu kommen 55 einer Fremdfirma.

Wann immer es mehr Kontrollen gebe, sinke zeitversetzt auch die Zahl der Schwarzfahrer, sagt Schuster. Wenn mehr Kontrolleure in den Bahnen der Rheinbahn präsent seien und sich das herumspreche, trauten sich weniger Leute, ohne Ticket einzusteigen.

Wenn ein Fahrgast ohne Ticket erwischt wird, werde nicht immer die Polizei eingeschaltet, sagt die Rheinbahn-Sprecherin. Eine Anzeige erwarte einen Schwarzfahrer dann, wenn er innerhalb von 18 Monaten dreimal vorsätzlich ohne Fahrkarte gefahren ist oder einen Betrug begangen, also etwa ein Ticket gefälscht hat. 1503 Anzeigen gab es im vergangenen Jahr. 2016 wurden 1066 Schwarzfahrer angezeigt, 2737 waren es im Jahr davor.

Schwarzfahrer können im Gefängnis landen

Rechtsanwalt Marcus Hertel hat eine ganze Reihe Mandanten, die ohne Ticket aufgefallen sind. Er warnt: „Das kann schlimmstenfalls im Gefängnis enden.“ Normalerweise bleibe es bei 60 Euro Bußgeld. Wer es aber öfter drauf ankommen lässt, ob gerade wieder Kontrolleure unterwegs sind, landet irgendwann auf der Anklagebank. Hertel: „Im ersten Verfahren kommt es in der Regel zu einer Einstellung, wenn man nicht vorbestraft ist.“ Mit viel Glück drückt die Justiz auch beim zweiten Mal noch ein Auge zu.

Danach kann es unangenehm werden. „Irgendwann bekommt ein notorischer Schwarzfahrer die erste Geldstrafe. Und wenn dann weitere Anzeigen folgen, kann das auch mit einer Haftstrafe enden“, so der Rechtsanwalt, der sich selbst an einen besonders heftigen Fall erinnert: „Das war ein Mandant in Duisburg, der noch offene Bewährungen hatte. Der ist für zwei Schwarzfahrten ein Jahr und zwei Monate ins Gefängnis gegangen.“

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