Chef Dirk Biesenbach skizziert, wie sich das Düsseldorfer Bus- und Bahn-System verändern wird.

39405671004_9999.jpg

Nanninga, Bernd (bn)

Düsseldorf. Für Dirk Biesenbach hat Zukunft nichts mit Hellseherei und Visionen zu tun. Für den Rheinbahn-Chef ist es tägliches Geschäft, strategische Entwicklungen zu beobachten und Schlüsse zu ziehen. Als größte Herausforderung sieht er den demografischen Wandel: Die Ansprüche einer älter werdenden Gesellschaft (z.B. an Barrierefreiheit) müssten ebenso berücksichtigt werden wie die Prognosen zur Entwicklung der Einwohnerzahl (wird steigen) und des Wohnungsmarktes (Mieten ziehen weiter an).

Biesenbach folgert: „Wir müssen den Schnellverkehr in die Region ausbauen. So dass sich die Menschen dazu entscheiden können, zwar in Düsseldorf zu arbeiten, aber in der Nachbarschaft zu wohnen.“ Als Beispiel nennt er die Anbindung von Heiligenhaus und Wülfrath: „Sobald die A 44 fertig ist, werden wir eine neue Schnellbus-Linie dorthin einrichten.“ Was 2025 noch Realität sein wird:

Liniennetz Nicht nur Medienhafen und ISS-Dome haben Gleisanschluss, auch der Flughafen wird von der Rheinbahn angefahren: Die U 81 ist nach Biesenbachs Überzeugung auf dem Abschnitt von Messe bis Airport fertig. Die Rheinquerung nach Meerbusch sei dann konkret in Planung.

Barrierefreiheit Was den stufenlosen Ein- und Ausstieg in die Züge angeht, glaubt Biesenbach (Foto), „dass wir mit der Umrüstung der Bahn-Haltestellen im Wesentlichen fertig sein werden“.

Fahrgast-Info Große Fortschritte wird es bei der Fahrgast-Information geben. Noch dieses Jahr geht ein System in Betrieb, das viele Möglichkeiten bringt: Wie bei der Deutschen Bahn kann man dann per Handy Fahrplan-Infos in Echtzeit abrufen – also mit Verspätungen. Diese werden auch in die Fahrzeuge übertragen. So wird man etwa auf dem Bildschirm im Bus sehen, ob die S-Bahn, in die man umsteigen will, pünktlich ist. Solche Bildschirme sollen u.a. auch an Bus-Haltestellen installiert werden.

Fahrzeuge 2025 läuft das Sanierungsprogramm für die B 80-Stadtbahnwagen auf vollen Touren. Die 100 Züge werden runderneuert: Neue Sitze, neue Technik und Klimaanlagen werden eingebaut. Eine neue Generation von Stadtbahnwagen ist da schon in Betrieb: 40 brandneue Züge werden ab 2017 angeschafft. Tickets Der Tarifdschungel wird sich nicht lichten, aber dank Technik einfacher zu handhaben sein. Das könnte so aussehen: Die Fahrgäste melden sich bei Einstieg im System an, indem sie ihr Handy an einen Sensor halten, der das Gerät registriert. Beim Ausstieg muss man sich wieder abmelden – bezahlt wird bequem per Handy-Rechnung, ohne dass der Kunde wissen müsste, wie viele Tarifwaben und -grenzen er passiert hat.

Fahrgastzahlen Biesenbach glaubt an weiter steigende Benzinkosten, „das wird dazu führen, dass immer mehr Menschen auf die Rheinbahn umsteigen“.

Preise Aber auch die ÖPNV-Preise werden laut Biesenbach, wenn auch nur moderat, weiter steigen: „Im laufenden Betrieb werden die Verkehrsunternehmen kostendeckend arbeiten müssen.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer