Die gecastete Gruppe 66Herz bereitet sich auf ihren ersten großen Auftritt beim Schadowstraßenfest vor. Mit drei Songs werden die Senioren die Hauptbühne rocken.

Giselle Rommel (links) und Adi Altjohann von der Senioren-Castingband 66Herz bei der Generalprobe.
Giselle Rommel (links) und Adi Altjohann von der Senioren-Castingband 66Herz bei der Generalprobe.

Giselle Rommel (links) und Adi Altjohann von der Senioren-Castingband 66Herz bei der Generalprobe.

Bernd Schaller

Giselle Rommel (links) und Adi Altjohann von der Senioren-Castingband 66Herz bei der Generalprobe.

Düsseldorf. Giselle Rommel greift energisch zum Mikro. „Und eins, und zwei.“ Chorleiter Stephan Kievel schwingt den Arm. Die 68-Jährige und ihr 76-jähriger Bandkollege Adi Altjohann stimmen mit voller Inbrunst ihren Solo-Part an. Hinter ihnen swingt und schnipst der rund 20-köpfige Seniorenchor im Takt des Bluessongs „Route 66“. Rechts von ihnen steppen die Damen der Tanzformation über das Parkett.

Bei der Generalprobe in der Tanzschule wird es langsam ernst. Die Mitglieder der gecasteten Rentnerband 66Herz bereiten sich fieberhaft auf ihren ersten großen Auftritt auf dem Schadowstraßenfest vor. Erst vor wenigen Wochen hatte Ideengeber und Organisator René Dörnenburg mit Schauspielerin Jenny Jürgens in einem Casting musikalische Senioren für die Band des Projekts „Herzwerk“ gesucht. Seitdem macht Stephan Kievel die Damen und Herren für die Bühnenshow fit.

Ein eigens komponierter Song sorgt für eine große Überraschung

Nachdem Rommel und Altjohann ihr Können unter Beweis gestellt haben, sind die anderen am Zug. Abwechselnd singen sie die einstudierten Lieder. Zeit herauszufinden, ob auch bei Ihnen Text und Töne sitzen. Jürgens ist sehr zufrieden. „Richtig toll. Die Solisten sind auf dem Punkt, die Choreographie im Takt.“

Große Aufregung ist jedoch kein Thema. Die meisten Mitglieder der Band 66Herz singen oder musizieren schon seit vielen Jahren. Giselle Rommel war sogar eine Profisängerin – und das hört man auch. Nach langer Pause steht sie nun wieder auf der Bühne. „Ein bisschen Lampenfieber gehört dazu. Wenn ich aber dann da oben stehe, ist alle Anspannung verschwunden.“ Der besondere Reiz, hier mitzuwirken, bestehe darin, Teil des Projektes Herzwerk zu sein. Ihr Wunsch sei es, dem Publikum Spaß zu bringen. Das ist auch der Wunsch von Jürgens. „Gute Botschaften brauchen ein gutes Feeling.“

Auch Heinz-Dieter Köster hat sichtlich Spaß am Projekt und gibt beim Udo-Jürgens-Hit „Mit 66 Jahren“ als Pantomime alles. Zur Liedzeile „ich föhn’ mir äußerst lässig das Haar, das mir noch blieb. Ich ziehe meinen Bauch ein und mach’ auf heißer Typ“ fasst der 65-Jährige beherzt an sein Bäuchlein und streicht sich über den kahlen Kopf. „Toll ist, dass sich jeder einbringen kann, wie es ihm gefällt.“

Nach dem zweiten Song dann die große Überraschung: Kievel hat extra für die Initiative einen neuen Song komponiert und heimlich mit der Band geprobt. Nun führt sie ihn erstmalig auf. „Herzwerk“ heißt er treffenderweise, Jürgens ist von dieser Mini-Premiere gerührt. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Einfach Wahnsinn!“

Zum Abschluss der Probe gibt Kievel den Musikern letzte Tipps. Jetzt heißt es üben, üben, üben. Damit am nächsten Sonntag alles klappt und die Bühnenshow ein voller Erfolg wird.

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