Bis Ende Januar können sich Schulen bewerben. Wir sprachen mit einem der fleißigsten – und erfolgreichsten – Teilnehmer.

interview
Wolfgang Reif ist Rektor der Franz-Marc-Schule. Sie hat den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Wolfgang Reif ist Rektor der Franz-Marc-Schule. Sie hat den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

JM

Wolfgang Reif ist Rektor der Franz-Marc-Schule. Sie hat den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Düsseldorf. Schon zum sechsten Mal haben WZ und ElectronicPartner alle Düsseldorfer Schulen zur Teilnahme am Schulpreis aufgerufen. Weil vielen die Zeit vor Weihnachten für die Bewerbung sehr knapp wurde, haben wir uns entschlossen, die Frist noch einmal bis Ende Januar auszudehnen. Viele Bewerbungen sind schon da, unter anderem von der Franz-Marc-Schule in Gerresheim. Sie hat sich schon in den Vorjahren sehr rege am Wettbewerb beteiligt. Wir sprachen mit Schulleiter Wolfgang Reif.

Herr Reif, wissen Sie noch, wie oft die Franz-Marc-Schule am Wettbewerb teilgenommen hat?

Wolfgang Reif: Ist das jetzt die sechste Ausgabe des Schulpreises?

Ja.

Reif: Dann haben wir sechs Mal teilgenommen, glaube ich. In der Regel haben wir gleich mehrere Projekte eingereicht, diesmal sogar fünf. Einige davon waren Kooperationen mit anderen Schulen, so wie unsere Gebärdensammlung im Vorjahr. Das ergibt sich daraus, dass wir generell versuchen, mit anderen Schulen zusammenzuarbeiten.

Viele Bewerbungen haben uns schon erreicht, einige sind aber nicht rechtzeitig fertig geworden. Wir verlängern deshalb die Frist noch einmal bis zum 31. Januar.

Beiträge sollten an die Westdeutsche Zeitung, Volker Eckert, Königsallee 27, 40212 Düsseldorf gerichtet werden. Man kann auch per E-Mail senden an:

schulpreis@wz-duesseldorf.de

Der Schulpreis wird zum sechsten Mal ausgeschrieben, WZ und Electronic Partner vergeben Preisgelder von insgesamt rund 15 000 Euro, gegliedert nach den Schulformen: Weiterführende, Grundschulen, Förderschulen, Berufskollegs.

Wie in den Vorjahren übernimmt die Schirmherrschaft Jacques Tilly – Karnevalswagenbauer und Vater zweier Schulkinder.

Sie waren auch recht erfolgreich.

Reif: Ja, das stimmt. Wir sind schon mehrmals auf den ersten drei Plätzen gelandet, also unter den Preisträgern.

Jetzt müssen Sie mal unbescheiden sein: Haben Sie eine Erklärung für den Erfolg?

Reif: Ich glaube, wir sind eine lebendige und kreative Schule. Für die Kollegen ist der WZ-Schulpreis am Jahresende immer ein Ansporn darzustellen, was sie geleistet haben. Der Preis honoriert das Engagement und bringt es an die Öffentlichkeit. Das ist für uns von besonderer Bedeutung, da wir als Förderschule oft nicht so stark wahrgenommen werden.

Haben Sie als Förderschule vielleicht den Vorteil, weniger Zwänge durch Stundenpläne zu haben und mehr Zeit für eigene Ideen?

Reif: Es mag sein, dass wir durch die Konzentration auf individuelle Förderung gewisse Freiräume haben, die wir auch im Interesse der Schüler nutzen. Möglichkeiten bestehen aber sicher auch an den allgemeinbildenen Schulen, wie der Schulpreis zeigt.

Sie sprachen vom Ansporn für die Lehrer – was bedeutet der Schulpreis für die Kinder?

Reif: Für die Schüler ist es ein besonderer Höhepunkt ihrer Schul-laufbahn, wenn sie an der Preisverleihung teilnehmen dürfen. Außerhalb ihrer Schule auf der Bühne zu stehen und dann die Anerkennung und den Applaus zu bekommen, ist für die jungen Menschen wirklich eine besondere Bestätigung.

Als Förderschule sind Sie derzeit Teil von bewegten Debatten auch in der Politik. Wie betrifft Sie das Thema Inklusion?

Reif: Wir hatten Vorschläge gemacht, um selber eine aktive Rolle zu spielen und z.B. bei uns auch Schüler ohne Förderbedarf in enger Kooperation mit allgemeinen Schulen aufzunehmen. Aber das scheint zurzeit so nicht realisierbar. Die Frage bei der Inklusion ist: Wie kann es gelingen, die Kinder mit besonderem Förderbedarf auch an einer Regelschule gut zu fördern und auch sozial zu integrieren? Das ist noch eine große Herausforderung.

Für Sie ändert sich also erstmal nichts?

Reif: Was die Politik genau für uns plant, wissen wir noch nicht. Wir nehmen das aber zum Anlass, uns selber zu fragen, wie die individuelle Förderung an unserer eigenen Schule gelingt. Im Sinne des Inklusionsgedankens versuchen wir außerdem, Kooperationen mit Regelschulen auszubauen.

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