Die Zahl der Arbeitslosen fällt mit 23.973 auf den niedrigsten Stand seit 2005.

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Düsseldorf. Die Agentur für Arbeit blickt auf ein Rekordjahr zurück: Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ende März auf das Allzeithoch von 399 800 kletterte, waren Ende Dezember 23.973 Düsseldorfer arbeitslos gemeldet – so wenig wie nie seit Arbeitslosen- und Sozialhilfe im Jahr 2005 zusammengelegt wurden. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote damit bei 7,8 Prozent (2015: 8,5 Prozent).

Damit entwickelt sich der Arbeitsmarkt in der Stadt besser als bundes- und landesweit. Während die Beschäftigung hier um 2,9 Prozent zunahm, waren es in ganz Deutschland 2,2 und in NRW 2,1 Prozent. Roland Schüßler, Chef der Agentur für Arbeit, erklärt das am Dienstag bei einer Pressekonferenz vor allem mit der „guten Auftrags- und Ertragslage der Düsseldorfer Unternehmen“.

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Beleg dafür ist unter anderem, dass nicht nur die Zahl der Teilzeit- (um knapp sechs Prozent), sondern auch die der Vollzeitbeschäftigten (um rund zwei Prozent) steigt. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet der (auch industrienahe) Dienstleistungsbereich, in dem mittlerweile 87,5 Prozent aller Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Verstärkt nach Arbeitskräften gesucht wird laut Schüßler etwa im Gesundheits- sowie Sozialwesen und in der öffentlichen Verwaltung, die zusätzliche Jobs für das Flüchtlingsmanagement geschaffen habe.

Rekordverdächtig niedrig ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als ein Jahr ohne Beschäftigung) im Jobcenter: Von 10.032 Ende 2015 sank die Zahl nun Ende Dezember auf 8540, niedrigster Wert seit 2005. „Auf diesen deutlich Rückgang sind wir sehr stolz“, sagt Ingo Zielonkowsky, Vorsitzender der Jobcenter-Geschäftsführung. Er führt diese Entwicklung auch auf einen Strategie-Mix zurück, bei dem es um Vermittlung, Qualifikation, Prävention und gute Zusammenarbeit mit den Unternehmen gehe.

Unterm Strich sei die Zahl allerdings immer noch hoch. Größte Herausforderung aus Sicht von Michael Grütering, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit: Es gibt zu wenig Jobs auf so genanntem Helfer-Niveau – das heißt, für Menschen, die keine Qualifikation haben oder erreichen werden. „Hier muss uns etwas Intelligentes einfallen, wie wir mit Unternehmen zusammen wieder mehr solche Jobs schaffen, die oft schon wegrationalisiert wurden.“

Die zweite große Herausforderung: zunehmender Fachkräftemangel bei einer gleichzeitig alternden Gesellschaft (demografischer Wandel). Rund 60.000 Beschäftigte gehen in den nächsten zehn Jahren in Düsseldorf in Rente. „Wir werden massive Probleme bekommen“, sagt Grütering voraus. Elektriker seien für Unternehmen heute quasi nicht zu finden, firmenintern würden zum Teil Kopfgelder auf eine Vermittlung ausgelobt. Wichtiges Gegenmittel: „Wir brauchen Zuwanderung.“ Weiterer Ansatz: Die unter den Langzeitarbeitslosen überdurchschnittlich stark vertretenen, aber oft hochqualifizierten Frauen sollen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.

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