Tolles Programm zur Kürung von Niels und Franzi. Die neue Bäuerin kam direkt von einem Hockey-Spiel.

Rechtsanwalt trifft Hockeyspielerin: Niels Maisch und Franziska Unzeitig sind das neue Tonnenbauerpaar.
Rechtsanwalt trifft Hockeyspielerin: Niels Maisch und Franziska Unzeitig sind das neue Tonnenbauerpaar.

Rechtsanwalt trifft Hockeyspielerin: Niels Maisch und Franziska Unzeitig sind das neue Tonnenbauerpaar.

Sergej Lepke

Rechtsanwalt trifft Hockeyspielerin: Niels Maisch und Franziska Unzeitig sind das neue Tonnenbauerpaar.

Düsseldorf. Diese Kürung der Tonnenbauern war grandios. Die jungen wie die alten gekrönten Häupter pfiffen auf die sonst üblichen zehn närrischen Gebote in der Aula des Comenius-Gymnasiums und agierten stattdessen, als seien sie für den Karneval geboren. Karl Hans Danzeglocke als Präsident und Dino Conti Mica als Geschäftsführer hatten auch sonst viele Überraschungen parat. So machten erstmals in Niederkassel das Dreigestirn aus Düsseldorf mit Bauer Thilo, Prinz Daniel und Jungfrau Andrea seine Aufwartung.

Der neue Kinderpräsident Florio Partenzi stellte die „Kids“ vor: Marielle Rosalie mit ihrem Phil kalauerten wie kleine Profis. Ihre Mütter Anna Lederer und Sabine Becker hatten die Reden geschrieben, und Lothar Hörning, Ex-Präsident der KG Regenbogen, dirigierte das kleine Duo von der ersten Reihe aus. Die Kinderbauern ließen sogar eine übergroße Katze aus dem Sack und brachten es anschließend fertig, dass der gesamte Saal schunkelte und sang.

Bäuerin Franzi war vor neun Jahren schon Jungschützenkönigin

Neuland als Bänkelsänger in Düsseldorf betrat der Deutschamerikaner John Doyle, der aus New Jersey am Kölner Ufer gestrandet ist, seit 20 Jahren Comedy macht und im zweiten Jahr in der Bütt steht. Sein Witz bestand darin, die englische und die deutsche Sprache wie Pingpong-Bälle bravourös gegeneinander auszuspielen.

Der nächste Höhepunkt war „Druckluft“, eine frische, musikalische und akrobatische Brass- und Performance-Band, die vor drei Jahren aus einem Schulorchester in Bonn hervorgegangen ist. Die Entwicklung der 14 jungen, kreativen Musiker unter dem Trompeter Erhard Rau zur Profiband verlief atemlos schnell. „Druckluft“ war im letzten Jahr an Halloween im Düsseldorfer Altstadtkino aufgetreten und sofort nach Niederkassel engagiert worden.

„Wir sind richtig neidisch“, meinte Präsident Danzeglocke, als diese Teens und Twens ihre Trompeten, Saxophone, Schlagzeuge, Posaune und Mellophon zum Besten gaben. Die bunten Kostüme hatten sie sich im Internet gekauft. In ihnen tanzten sie sogar auf dem Tisch oder musizierten auf dem Fußboden.

Alter Bahnhof am Belsenplatz, 25. Januar, ab 19.11 Uhr, Eintritt frei.

Damensitzung, 27. Januar, ab 19.30 Uhr, Aula des Comenius-Gymnasium, Hansaallee 90, Eintritt 25 Euro.

Umzug beginnt um 12.30 Uhr am 26. Februar, das Tonnenrennen startet im Anschluss gegen 14 Uhr auf der Niederkasseler Straße mit anschließender Feier.

Die weiteren Termine der Session werden zeitnah auf der Internetseite bekannt gegeben tonnengarde-niederkassel.de

Derweil fieberten die Tonnenbauern ihrer Kürung entgegen. Bäuerin Franzi Unzeitig hatte zuvor schnell noch ein Bundesligaspiel im Hockey beim RTHC Bayer Leverkusen gewonnen und trat nun freudestrahlend auf die Bühne, auf der sie schon 2001 als Kindertonnenbäuerin gestanden hatte. Die vielseitige junge Sportskanone war 2008 auch Jungschützenkönigin und trainiert noch heute die Jugend im DHC. Entsprechend laut wurde sie mit ihrem zauberhaften „Dirndl“ bejubelt. Tonnenbauer Niels Maisch hatte seinen Job im Karneval mit seiner Frau Uasa gesplittet. Wegen der beiden kleinen Kinder war sie im letzten Jahr Tonnenbäuerin. Niels bewies, dass auch Rechtsanwälte „Bock zum Feiern“ haben und „crazy“ sein können. Die Texte und Lieder hatten auch sie mit Lothar Hörning geprobt.

Nichts ging schief, bestand doch der Elferrat erstmals aus lauter Frauen, unter ihnen Ex-Tonnenbäuerin Nina Thea Ungermann. Auch sonst erwies sich das weibliche Geschlecht in diesem närrischen Männerverein als tonangebend, mit perfekt tanzenden Kindern und Mädels. Immerhin wagte sich diesmal mit Robin der erste Junge in die Niederkasseler Tanzgarde und stemmte seine Jessica.

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