Gericht reduziert den Schadensersatz um rund 2,5 Millionen Euro.

Gericht reduziert den Schadensersatz um rund 2,5 Millionen Euro.
Helge Achenbach erschien nicht zum Prozess. Der Kunstberater wird im Juni aus der Haft entlassen. Archiv

Helge Achenbach erschien nicht zum Prozess. Der Kunstberater wird im Juni aus der Haft entlassen. Archiv

Melanie Zanin

Helge Achenbach erschien nicht zum Prozess. Der Kunstberater wird im Juni aus der Haft entlassen. Archiv

Es war ein guter Tag für Rechtsanwalt Urs Breitsprecher und seinen Mandanten Helge Achenbach. Rund eine Stunde dauerte die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht. Dann stand fest, dass der Kunstberater 2,5 Millionen Euro Schadensersatz weniger an die Familie Albrecht zahlen muss. Gefordert hatten die Aldi-Erben 19,1 Millionen Euro, weil Achenbach den verstorbenen Berthold Albrecht beim Verkauf von Kunst und Oldtimern immer wieder betrogen haben soll. Dafür war er vom Essener Landgericht zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Da die zum großen Teil verbüßt ist, wird der 66-Jährige im Juni aus dem Gefängnis entlassen.

Achenbach hatte sich mit dem Erben des Aldi-Imperiums angefreundet. Der entschied sich, einen Teil seines Vermögens in Kunst und Oldtimern anzulegen. Da er befürchtete, einen „Aldi-Zuschlag“ bei den Verkäufern zahlen zu müssen, wurde Helge Achenbach als Berater „zwischengeschaltet“. Wie das Oberlandesgericht feststellte, habe es sich um eine „engste Männerfreundschaft mit tiefem, unumstößlichen Vertrauen“ gehandelt. Diese Beziehung nutzte Achenbach, um Albrecht hochwertige Bilder und Skulpturen, aber auch Luxus-Fahrzeuge vom Ferrari bis zum Bugatti zu besorgen. Entgegen der Vereinbarung kassierte der Kunstberater überhöhte Preise, manipulierte teilweise Rechnungen. Das Landgericht hatte den Erben 19,1 Millionen Euro zugesprochen.

In einigen Fällen konnte der Schaden nicht bewiesen werden

Dagegen hatte der 66-Jährige Einspruch eingelegt und bekam zum Teil Recht. In einigen Fällen waren Zinsen und Gebühren falsch berechnet worden. Bei drei Werken von Ernst-Ludwig Kirchner, Gerhard Richter und Roy Lichtenstein gab Achenbach an, dass Berthold Albrecht den korrekten Preis gekannt habe und damit einverstanden war. Dazu hätte das Gericht weitere Zeugen hören müssen. Doch auch die Anwälte der Aldi-Erben möchten das Verfahren beenden und verzichteten auf eine weitere Beweisaufnahme.

Ob die 2,5 Millionen Euro tatsächlich eine Rolle spielen, ist ungewiss. Denn die Firmen von Helge Achenbach befinden sich in der Insolvenz. Ein Teil der Kunstwerke wurde inzwischen versteigert. Das reicht aber vermutlich nicht aus, um den Schaden zu begleichen. Zumal es noch eine weitere Forderung der Albrecht-Familie über sechs Millionen Euro gibt.

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