Beim Düsseldorf-Festival erklingt Händels „Messiah“ in der Andreaskirche. Das Publikum spendet starken Applaus.

Das Chor- und Orchesterkonzert in der Kirche St. Andreas gehört zur Ur-Tradition des Düsseldorf-Festivals, das die längste Zeit seines Bestehens „Altstadtherbst“ hieß. Der Innenraum der Andreaskirche ist einer der prächtigsten Orte der Stadt mit seiner weiß getünchten Schnörkeldecke, den vielen Gemälden und Goldornamenten.

Mit dem Oratorium „The Messiah“ – „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel erklingt hier ein passendes Prunkstück der Barockepoche.

Händel war ein deutscher Kosmopolit und Wahl-Londoner

Chor und Orchester der Andreaskirche unter der Leitung von Martin Fratz bilden wieder ein musikalisches Kompetenzteam mit Geschichte. Der Musiklehrer Ulrich Brall hatte den Chor des Görres-Gymnasiums, aus dem der Andreaschor teilweise hervorgeht, zu einem glänzenden großen Vokalensemble entwickelt und die Festivalkonzerte bis zu seinem Tod im Jahr 2013 geleitet. Und das Orchester besteht aus Profimusikern, darunter auch manches Mitglied der Düsseldorfer Symphoniker.

Für die Aufführung wählte man nun die englische Originalsprache, die zum Werk auch besser passt als die nicht so ganz geglückte deutsche Übersetzung. Händel war ein deutscher Kosmopolit und Wahl-Londoner. „The Messiah“ besitzt so viel britisches Flair und es wundert kaum, dass manche Engländer Händel zu einem der ihren erklären.

Etwas mehr Feinschliff hätte man sich gewünscht

Von den Musikern verlangt Händel viel: Das Oratorium dauert zweieinhalb Stunden, die alle ausgiebig geprobt sein wollen. Mit Martin Fratz haben Chor und Orchester einen soliden Koordinator mit klarer Zeichengebung. Der Chor erweist sich als bestens vorbereitet, während die Orchestermusiker ihren Part denn doch etwas mehr aus dem Handgelenk zu schütteln scheinen. Das Spielniveau ist hinreichend hoch, doch angesichts der Professionalität hätte man sich stellenweise mehr Feinschliff gewünscht.

Ein Adam Fischer hätte das seinen Düsys nicht durchgehen lassen. Fratz dirigiert zwar technisch tadellos, doch fehlt es ihm mitunter an gestalterischer Suggestivkraft für die Spannung des ganz großen Bogens. Die vier Gesangssolisten sorgen für viel vokalen Glanz. Vor allem Bassist Thomas Laske singt seinen Part mit starkem Aplomb und einem sehr stimmungsvollen Vortrag, bei dem die Bedeutung der Worte nicht nur verständlich,// sondern auch fühlbar wird.

Starker Beifall in der gut besuchten Kirche.

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