Mitarbeiter des Krematoriums sagt vor Gericht aus.

Düsseldorf. So ganz glauben, wozu er eine Aussage vor Gericht machen musste, konnte Martin Tepaß nicht. Immer wieder schmunzelte er am Dienstag  in sich hinein. Der 30-Jährige arbeitet in dem Krematorium, in dem der berühmt gewordene Papagei „Lord B“ angeblich verbrannt wurde.

Monatelang stritten ein dänischer Umweltschützer und eine Düsseldorfer Ärztin um das Sorgerecht von Lord B. Der Däne klagte auf die Herausgabe seines Vogels, die Ärztin, die das Tier in Pflege nahm, wollte ihn nicht wieder hergeben. Dann behauptetesie der Vogel sei am 10. November 2010 gestorben. Der Streit vor Gericht war damit aber nicht beigelegt: Der Däne fordert Beweise für den Tod seines Vogels. Und sollte Lord B wirklich tot sein, beanspruche er die Urne mit der Asche für sich. Diese habe die Ärztin jetzt aber bei einem Spaziergang im Wald verstreut, so Tepaß.

Der 30-Jährige Kremateur, so bezeichnet er sich selbst, sagte, dass die Ärztin gemeinsam mit einer Freundin bei ihm aufgetaucht sei und den Vogel verbrannt haben wolle. Den Termin habe sie zwei Tage zuvor telefonisch vereinbart. Im Abschiedsraum habe sie sich von Lord B verabschiedet. Danach habe Tepaß den Vogel in einem Karton bei circa 850 Grad verbrannt. Aber ob es sich dabei wirklich um Lord B handelte, konnte er nicht bestätigen. Der Fußring werde immer mit verbrannt.

20 bis 40 Tiere werden pro Tag verbrannt

„Ich mache das seit zehn Jahren. Ich kann mich nicht an jedes Tier erinnern.“ Die ganze Aufregung verstünde er auch nicht. „Mir ist das doch egal, auf wessen Schulter der schon gesessen hat.“ In Dänemark galt Lord B als Fernsehstar, mit dem sich schon Stars geschmückt haben sollen.

Am Montag geht der Prozess weiter. „Wir gehen davon aus, dass Lord B noch lebt“, so der Anwalt des Klägers.

© WhatsBroadcast

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