Attacke aus der Fabrik-Ruine im Hafen. 19-Jähriger freigesprochen.

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Arne Dedert

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Düsseldorf. Erst vor einer Woche war das Gelände der ehemaligen Papierfabrik im Hafen in den Schlagzeilen. Ein 16-Jähriger hatte seine ein Jahr jüngere Freundin mit einem Messer getötet. Seit Jahren nutzen vor allem Jugendliche das Gelände als Abenteuerspielplatz. Auch am Montag beschäftigte sich das Amtsgericht mit einem weiteren Vorfall. Im Juni vergangenen Jahres war ein VW Golf aus einem der leerstehenden Gebäude mit Steinen beworfen und erheblich beschädigt worden. Ein 19-Jähriger saß wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf der Anklagebank.

Ein 26-jähriger Versicherungsvertreter war nachmittags an der alten Fabrik vorbeigefahren und musste kurz anhalten: „Plötzlich gab es einen Knall. Dann sah ich, wie ein Stein wegrollte.“ Zwei große Beulen hatte sein Golf davongetragen. Kurz danach kamen drei Jugendliche aus der Halle. Der 26-Jährige machte Fotos von dem Trio und erstattete Strafanzeige.

Angeklagter war zur Tatzeit bei seiner Freundin in Garath

Über ein Foto, das die Polizei den Zeugen vorlegte, war der 19-Jährige schließlich identifiziert worden. Doch der behauptete, zur Tatzeit ganz woanders gewesen zu sein: „Ich habe eine Schulung bei der Handwerkskammer gemacht. Die ging bis 16 Uhr. Und um kurz vor fünf war ich schon bei meiner Freundin in Garath.“ Das bestätigten auch die Mutter des Angeklagten und seine Freundin.

Auch die zwei 15 und 17 Jahre alten Jugendlichen, die mit dem Angeklagten in der Fabrik gewesen sein sollen, waren sich am Montag nicht mehr so sicher, dass der Richtige auf der Anklagebank. Richter und Staatsanwältin sahen sich außerdem das Foto des Versicherungsvertreters an und waren danach überzeugt, dass es sich nicht um den 19-Jährigen handelte. Der wurde freigesprochen.

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