Skurriles Strafverfahren um Krawall beim Ostermarsch. Polizisten hatten 33-Jährigen offenbar falsch verstanden.

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Daniel Reinhardt

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Düsseldorf. Lange schwarze Haare bis auf die Schultern, auf dem Zylinder das Symbol der Friedensbewegung, auf dem Parka der Button von „Düsseldorf gegen Rechts“. Was dem 33-Jährigen vorgeworfen wurde, der am Freitag auf der Anklagebank des Amtsgerichtes saß, passte so gar nicht zu dem Mann, der aus der Haubesetzerszene kommt. Er soll nämlich vor zwei Jahren nach dem Ostermarsch am Rathaus zweimal „Heil Hitler“ gerufen haben.

„Ich bin überzeugter Antifaschist“, erklärte der Angeklagte und bestritt die Vorwürfe energisch. Er hatte selbst an dem Ostermarsch teilgenommen und war dann beim Abschlusskonzert vor dem Rathaus: „Plötzlich kamen von der Bolkerstraße Stühle und andere Gegenstände geflogen. Wir wurden von BVB-Hooligans angegriffen.“ Die Rechtsradikalen aus Dortmund kannten die Demonstranten schon von mehreren Dügida-Veranstaltungen.

Angeklagte hatte sich zuvor mit der Polizei angelegt

Als die Polizei auftauche, löste sich die Auseinandersetzung bald auf. Der 33-Jährige war verärgert, weil die Beamten seiner Meinung nach zu wenig unternahmen, um die rechten Störer festzunehmen. Er ließ sich zu der Bemerkung hinreißen: „Schützt ihr wie jeden Montag die Faschisten?“ und fügte noch den Antifa-Schlachtruf „Alerta, alerta, Antifascista“ hinzu.

Zwei Polizeibeamte hatten allerdings „Heil Hitler“ verstanden, nahmen den 33-Jährigen fest und erstatteten Strafanzeige. Dass der aus der linken Szene kam, sei ihnen auch damals schon sonderbar vorgekommen, räumte ein Polizist ein. Mehrere Zeugen bestätigten die Version des Angeklagten. Auch sein Anwalt, der ebenfalls an der Demo teilgenommen und das Geschehen aus nächster Nähe beobachtet hatte. Wie vom Staatsanwalt beantragt, gab es am Ende einen Freispruch.

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