Mutmaßlicher Täter hatte mehr als zwei Promille.

Düsseldorf. Es war ein Schock für die 20-Jährige Auszubildende: Eben noch stand sie an der Straßenbahnhaltestelle vorm Bahnhof, dann fand sie sich auf dem Schienen wieder. Nur mit viel Glück entkam sie dem Zug der Linie 708. Ein 25-jähriger Betrunkener soll sie am 31.August vor die Bahn geschubst haben.

Am Donnerstag stand der Mann, der seit September in forensischen Kliniken einsitzt, vor Gericht. Er sagte: "Ich habe kein Alkoholproblem." An jenem Tag habe er sich etwas Gutes tun wollen und seit dem Mittag je eine Flasche Wodka und Sekt sowie Bier getrunken. Bei seiner Festnahme hatte er knapp zwei Promille. Er bestreitet, die junge Frau auf die Gleise geschubst zu haben.

Sie sagte hingegen: "Er sprang vor mir von einem Bein aufs andere und sagte: ,Links oder rechts? Ach geh’ doch auf den Schienen’." Dann habe er sie angerempelt und nach einem Wortwechsel vor die sich ausnahmsweise sehr langsam nähernde Bahn geschubst. Der Bahnfahrer (49) sagte: "Zum Glück ist die Frau nicht hingefallen. Da hätte auch die Notbremsung nichts genutzt."

Ein psychiatrischer Gutachter soll den Geisteszustand des Angeklagten überprüfen. Sein Gutachten und ein Urteil werden am 18.Dezember erwartet. cs

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