Beamte wurden von Menschen-Menge umzingelt und dann angegriffen. Drei Haupttäter bekamen am Montag Haftstrafen auf Bewährung.

Beamte wurden von Menschen-Menge umzingelt und dann angegriffen. Drei Haupttäter bekamen gestern Haftstrafen auf Bewährung.
15 Streifenwagen mussten im August vergangenen Jahres ausrücken, um den Familienstreit in Oberbilk zu beenden. Archiv

15 Streifenwagen mussten im August vergangenen Jahres ausrücken, um den Familienstreit in Oberbilk zu beenden. Archiv

Kai Jürgens

15 Streifenwagen mussten im August vergangenen Jahres ausrücken, um den Familienstreit in Oberbilk zu beenden. Archiv

Düsseldorf. Der Großeinsatz im August vergangenen Jahres hatte eine Diskussion angestoßen, ob es auch in Düsseldorf inzwischen No-Go-Areas für die Polizei gibt. Rund 40 Mitglieder einer Großfamilie hatten zwei Streifenwagen-Besatzungen in Oberbilk umzingelt und dann attackiert. Erst nachdem ein Großaufgebot an Ordnungskräften zusammengezogen wurde, konnte die Situation beruhigt werden. Am Montag standen die drei Haupttäter vor Gericht: ein Brüderpaar, (38 und 43 Jahre alt) und der 18-jährige Sohn eines der Angeklagten.

Zunächst hörte sich alles wie ein ganz normaler Einsatz an. Um 22.40 Uhr wurde die Polizei wegen eines Randalierers zur Josefstraße gerufen. Tatsächlich hatten sich dort die beiden Brüder lautstark gestritten. Dabei schlug der 43-Jährige die Scheibe eines Mietwagens ein. Als die erste Streifenwagenbesatzung eintraf, dreht sich die Stimmung schnell – gegen die Polizei.

Der 43-Jährige empfing die Beamten mit freiem Oberkörper und rief: „Ich bin Kampfsportler“. Kurz danach eskalierte die Situation. Die Polizeibeamten, die zuerst vor Ort waren, wurden geschlagen und getreten. Nach dem Einsatz von Pfefferspray konnte die Situation kurzzeitig beruhigt werden.

Polizisten: „Klar, dass wir da nicht unverletzt herauskommen“

Doch dann wurden die Polizisten, darunter auch zwei Praktikanten, von rund 40 Personen umzingelt, die offenbar alle zu der Großfamilie gehörten. „Es war klar, dass wir da nicht unverletzt herauskommen“, berichtete eine 32 Jahre alte Polizeibeamtin, die Verstärkung angefordert hatte.

Der 18-Jährige soll aus vollem Lauf einen Polizisten mit der Faust geschlagen haben. Bei einem Beamten verhinderte die Schutzweste Schlimmeres, als er mit voller Wucht in die Seite getreten wurde. Erst als rund 15 Streifenwagen vor Ort waren, bekam man die Lage unter Kontrolle.

Die Angeklagten fühlten sich ungerecht behandelt. Wie der 43-Jährige erklärte, seien seine Mutter und eine Tochter durch das Pfefferspray verletzt worden: „Ich habe doch nur meine Familie beschützen wollen.“ Der Mann, der bereits eine mehrjährige Haftstrafe abgesessen hat, räumte allerdings ein, dass er zuvor die Scheibe des Autos eingeschlagen hatte.

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