Initiative: Christlicher Verein „vision:teilen“ unterstützt einsame und bedürftige Menschen.

Stadtmitte
Bei der Vorstellung des Projekts „Hallo Nachbar“ (v.l.): Projektleiterin Marieke Schmale, Daniel Stumpe, Bezirksvorsteherin Marina Spillner, Martin Kleber, Verkaufsleiter Düsseldorf Wall GmbH, Bruder Peter Amendt und Martin Breuer (Breuerdesign).

Bei der Vorstellung des Projekts „Hallo Nachbar“ (v.l.): Projektleiterin Marieke Schmale, Daniel Stumpe, Bezirksvorsteherin Marina Spillner, Martin Kleber, Verkaufsleiter Düsseldorf Wall GmbH, Bruder Peter Amendt und Martin Breuer (Breuerdesign).

Melanie Zanin

Bei der Vorstellung des Projekts „Hallo Nachbar“ (v.l.): Projektleiterin Marieke Schmale, Daniel Stumpe, Bezirksvorsteherin Marina Spillner, Martin Kleber, Verkaufsleiter Düsseldorf Wall GmbH, Bruder Peter Amendt und Martin Breuer (Breuerdesign).

Düsseldorf. Viele kennen das Problem. Man lebt seit Jahren im selben Haus und weiß vom Nachbarn nur den Namen. Ob er einsam, krank oder bedürftig ist, das entgeht einem im Alltagsstress. Man schaut nicht so genau hin. Dabei trifft es nicht nur die Älteren, auch junge Menschen fühlen sich im Getümmel der Großstadt vom nachbarschaftlichen Zusammenleben ausgeschlossen. Man zieht sich mit seinen Sorgen in die eigenen vier Wände zurück.

Bezirksbürgermeisterin ist glücklich über Arbeit des Vereins

Die Mitglieder des christlichen Vereins „vision:teilen“ präsentierten am Samstag die neue Plakataktion „Hallo Nachbar!“ gegen Isolation. Ziel ist es, Menschen als ehrenamtliche Helfer zu gewinnen, die durch ihr Engagement vereinsamte Menschen in Not unterstützen. „Wir wollen Menschen für die Thematik der Vereinsamung sensibilisieren“, erklärt Projektleiterin Marieke Schmale.

Auf den Plakaten zu sehen sind verschlossene Haustüren mit einem Hilferuf als Schriftzug: „Ich bin einsam“ oder „Geh mit mir spazieren“. Faktoren wie Schulden, Krankheiten, Lebenskrisen und familiäre Schicksalsschläge seien mit ausschlaggebend für die zunehmende Isolation.

„Es trifft Rentner, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit schweren Depressionen. Wir arbeiten über eine persönliche Beziehung zu den Leuten und wir begleiten sie in ihrem Alltag“, sagt Marieke Schmale.

Es könne jeden treffen. Die Anonymität der Großstadt spiele dabei eine gravierende Rolle. „Wir haben die Möglichkeit erhalten, unsere Plakate an Litfaßsäulen anzubringen. Das war uns wichtig, weil wir direkt im Wohnumfeld der Menschen werben können“, sagt Daniel Stumpe. „Selbst in den wohlhabenderen Stadtteilen fehlt häufig das nachbarschaftliche Zusammenleben. Damit ist die Vereinsamung keineswegs nur ein Phänomen der prekären Wohnorte.“

Marina Spillner, Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks 1 (SPD), ist glücklich über die Arbeit des Vereins vor Ort. „Ich erhoffe mir durch die Plakataktion mehr Solidarität untereinander.“ Durch Erkrankungen fielen Menschen oft in ein Loch und wer keine Familie habe, für den gestalte sich dieser Lebensabschnitt schwierig.

Bruder Peter Amendt ist Franziskanermönch und leitet den Verein. Für ihn betrifft Nachbarschaft alle Menschen, mit denen man im Stadtteil zusammenlebt. „Mir ist es wichtig, dass der Mensch ein menschenwürdiges Leben führen kann, und so angenommen wird, wie er ist“, erklärt er. „Wir müssen begreifen, dass Hilfe nicht nur finanzieller Natur sein kann. Sie ist zwar notwendig, aber es beginnt damit, den anderen wertzuschätzen.“

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