Neue Zahlen zeigen dramatischen Anstieg. Die Stadt sieht einen „enormen Handlungsbedarf“.

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In der Apollinaris-Grundschule in Himmelgeist ist noch im Frühjahr ein Erweiterungsbau eröffnet worden, doch die Zahl der Schüler steigt weiter. Archiv

In der Apollinaris-Grundschule in Himmelgeist ist noch im Frühjahr ein Erweiterungsbau eröffnet worden, doch die Zahl der Schüler steigt weiter. Archiv

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In der Apollinaris-Grundschule in Himmelgeist ist noch im Frühjahr ein Erweiterungsbau eröffnet worden, doch die Zahl der Schüler steigt weiter. Archiv

Düsseldorf. Das Platzproblem an den Düsseldorfer Schulen war zuletzt immer wieder Thema, vor allem Grundschulen und Gymnasien mussten zuletzt an die Grenzen ihrer Kapazitäten gehen, um neue Jahrgänge aufzunehmen. Nun zeigt sich: Der Trend verstärkt sich noch, nach neuen Prognosen für die kommenden Jahre steigen die Schülerzahlen in noch nicht geahntem Ausmaß: Bis 2019 werden die Schulen rund 6000 zusätzliche Kinder unterbringen müssen.

An den Grundschulen steigt die Zahl der Kinder demnach von aktuell rund 19 500 auf 21 400, an den weiterführenden von 28 600 auf 32 300. Schuldezernent Burkhard Hintzsche spricht von einem „enormen Handlungsdruck“, der dadurch für die Stadt entsteht: „Düsseldorf muss innerhalb von fünf bis sechs Jahren gut 400 zusätzliche Klassenräume zur Verfügung stellen.“

Klar ist damit: Düsseldorf braucht neue Schulen. Doch der Weg dorthin ist noch ungewiss. Bislang gibt es eine Planung für ein neues Gymnasium in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde (WZ berichtete), aus der Sekundarschule soll eine Gesamtschule werden, sie bekäme also eine zusätzliche Oberstufe. Und weitere Schulen? Die Planer der Stadt denken dabei zunächst an Bestandsgebäude, vor allem Hauptschulen, bei denen mittelfristig weitere Schließungen denkbar sind. Das Gleiche gilt für die Förderschulen, wo die Anmeldungen durch die Inklusion merklich zurückgehen.

Doch es wird auch Neubauten geben müssen. Zusammen mit Umbauten wird der finanzielle Aufwand hoch sein. SPD und Grüne hatten deshalb zuletzt die Idee einer Schulbaufirma ins Spiel gebracht, die sich als städtische Tochter um die Umsetzung kümmert. Doch diese Idee ist offenbar in den Ampelverhandlungen nicht durchsetzbar gewesen, wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann bestätigt: „Wir wollen keine neue Firma, die dann Kredite aufnehmen würde, die den Etat belasten.“ Es brauche allerdings eine Controlling-Instanz, dafür sei nun die städtische Bautochter IDR im Gespräch. Sollten die nötigen Ausgaben nicht über den laufenden Etat abgedeckt werden können, müsse man in die Rücklage greifen.

Ein Versäumnis der Vergangenheit scheint zu sein, dass bei großen Neubauprojekten wie Grafental Schulen nicht ausreichend im Blick waren. Das soll sich laut Hintzsche ändern. Wie das zum Beispiel beim Glasmacherviertel konkret umgesetzt werde, konnte er noch nicht sagen.

Die Stadt will weniger Kinder von außerhalb aufnehmen

Schon in der Vergangenheit gab es Kritik, die Stadt spare zu sehr an den Schulen. Die Ausgaben auf jeden Schüler umgerechnet, sind gesunken.

Mehr Schüler bedeutet auch: mehr Schwimmunterricht in den Bädern. Das könnte Einfluss auf die Diskussion über die Zukunft des Allwetterbades in Flingern haben, das derzeit ein Freibad ist. Es wieder zusätzlich zu einem Hallenbad zu machen, kostet Geld, würde aber Kapazitäten für die Schulen schaffen.

Hintzsche will zudem, dass die Schulen künftig weniger Kinder aus dem Umland aufnehmen. Das neue Schulgesetz ermögliche entsprechende kommunale Festlegungen. Dafür soll der Politik ein Beschluss zur Abstimmung vorgelegt werden. Knapp 1400 Kinder aus Nachbargemeinden lernen in Düsseldorf.

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